Mensing, Steffen und Glania legen nach

Vier weitere Einzelstart-Olympiatickets haben die deutschen Schwimmer am Sonntag in trockene Tücher gebracht und ihre Bilanz auf 19 hochgeschraubt. Wie am Vortag waren es vor allem Jenny Mensing und Jan-Philip Glania, die überzeugten.

| 13. Mai 2012

Britta Steffen

Deutsche Meisterschaften in Berlin 2012

Foto > Michael Rauschendorer / triaphoto.com

Mensing, Steffen und Glania legen nach

Jan-Philip Glania ist kein Mann großer Worte, im Gegenteil: Bekannte bezeichnen ihn als einen "extrem zurückhaltenden Menschen", ein "Rhöner Junge", der im Sport dann aber explodiert. Man könnte ihn aber auch einfach einen notorischen Tiefstapler nennen. 53,50 Sekunden war Glania gerade über 100 Meter Rücken geschwommen, mit einer halben Sekunde Vorsprung Deutscher Meister geworden, hatte die Olympianorm um vier Zehntelsekunden unterboten. Und Glania? Ist überrascht, schon wieder. "Ich wollte eigentlich nur mit einer guten Zeit Zweiter werden", sagte er, dass es gleich der Meistertitel und Olympia werden würde, damit sei nicht zu rechnen gewesen. Schon am Vortag, als Glania über die doppelte Distanz einen neuen Deutschen Rekord aufgestellt hatte, hatte er erklärt, "überhaupt nicht" in solchen Sphären gedacht zu haben. Gereicht hat es am Ende trotzdem - anders als für Helge Meeuw, dem läppische sechs Hundertstelsekunden, ein Wimpernschlag, zur Norm für die Olympischen Spiele fehlten.

Sogar nur die Hälfte dieses Wimpernschlags war es, die Sarah Poewe über 100 Meter Brust am Ende fehlten. Caroline Ruhnau bestätigte dagegen ihre Normerfüllung aus dem Vorlauf, steigerte sich sogar noch ein weiteres Mal und schwamm in 1:07,28 Minuten zum Ticket für die Olympischen Spiele.

100 Meter Rücken Finale, Männer

OS-Norm: 0:53,87

1 Jan-Philip Glania SG Frankfurt 53,50

2

Helge Meeuw

SC Magdeburg

53,93

3

Felix Wolf

Potsdamer SV

55,25

4

Christian Diener

PSV Cottbus 90

55,72

5

Lucien Haßdenteufel

SSG Saar Max Ritter

56,43

6

Collin Leidgebel

SG Dortmund

56,58

7

Stefan Herbst

SSG Leipzig

56,60

8

Mark Fischer

SSV Ulm 1846

56,61

9

Markus Sievers

Ohio-State Mens Swimming

56,64

10

Alibek Käsler

DJK Würzburg

56,92

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100 Meter Brust Finale, Frauen

OS-Norm: 1:07,87

1 Caroline Ruhnau SG Essen 1:07,28

2

Sarah Poewe

SG Bayer Wup/UER/Dor

1:07,90

3

Laura Simon

SG EWR Rheinhessen-Mainz

1:09,55

4

Vanessa Grimberg

SB Schwaben Stuttgart

1:09,57

5

Margarethe Hummel

Charlottenburger Damen SV Nixe

1:09,84

6

Sibylle Dalacker

SV Nikar Heidelberg

1:10,62

7

Julia Willers

SV Halle

1:10,63

8

Sonja Schöber

SG Dortmund

1:11,53

9

Alice Ruhnau

SG Schwimmen Münster

1:11,71

10

Anna Heinemann

SC Magdeburg

1:12,28

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Steffen souverän

Auch Daniela Schreiber fehlte nicht viel. 25,30 Sekunden brauchte sie für die 50 Meter Freistil und wurde damit Zweite hinter Britta Steffen, die sich souverän für die Olympischen Spiele qualifizierte. "Ich bin eigentlich ganz zufrieden: Zwei Mal die Norm, zwei Mal Deutsche Meisterin", meinte Steffen. "Es hätte auch ein bisschen schneller sein können, aber ich schaue eher auf die 100 Meter, und die sind gelungen." Schreiber dagegen fehlten mit ihrer Zeit noch zwei Zehntel. Der Dritten, Dorothea Brandt, gar mehr als drei - und das, obwohl sie am Vortag nur für ihre Chance auf das 50-Meter-Ticket auf einen Start im Finale über 100 Meter Freistil verzichtet hatte.

Steffens Lebensgefährte Biedermann verpasste die Normzeit über 100 Meter Freistil - allerdings hatte er die auch gar nicht angepeilt. "Nur, um meine Grundschnelligkeit zu testen" war er über 100 Meter an den Start gegangen, war nach seinen 48,98 Sekunden aber nicht zufrieden. Christoph Fildebrandt gewann das Rennen, verpasste in 48,84 Sekunden aber ebenfalls die Norm. "Ich wusste, dass ich diese Zeit, die ich geschwommen bin, drauf habe", sagte Fildebrandt und strahlte. "Aber ich hätte nicht gedacht, dass das zum Meistertitel reichen würde." Zu Olympia will er auch - aber nur in der Staffel. "Mit mehr habe ich auch gar nicht gerechnet", meinte Fildebrandt. Marco Di Carli, der sich am Abend zuvor den Magen verdorben hatte und sich morgens mehrmals übergeben musste, schlug noch nach Biedermann an.

50 Meter Freistil Finale, Frauen

OS-Norm: 25,11

1 Britta Steffen SG Neukölln 24,92

2

Daniela Schreiber

SV Halle

25,30

3

Dorothea Brandt

SG Neukölln

25,45

4

Sabine Rasch

SV Halle

25,51

5

Julia Thiemann

SC Magdeburg

25,73

6

Lisa Vitting

SG Essen

25,80

7

Anna-Stephanie Dietterle

PSV Cottbus 90

25,88

8

Paulina Schmiedel

SG Essen

25,94

9

Jenny Lahl

Berliner TSC

26,23

10

Annika Bruhn

SV Bietigheim

26,35

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100 Meter Freistil Finale, Männer

OS-Norm: 0:48,49

1 Christoph Fildebrandt SG Bayer Wup/UER/Dor 0:48,84

2

Markus Deibler

Hamburger SC

0:48,88

3

Benjamin Starke

Deutscher Schwimm-Verband

0:48,97

4

Paul Biedermann

SV Halle

0:48,98

5

Marco Di Carli

SG Frankfurt

0:49,24

6

Dimitri Colupaev

SSV Undine 08 Mainz

0:49,34

7

Björn Hornikel

VfL Sindelfingen

0:49,42

8

Steffen Deibler

Hamburger SC

0:49,47

9

Maximilian Oswald

SG Neukölln

0:49,78

10

Matthias Lindenbauer

SG Dortmund

0:50,56

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