Masters kritisieren Orga in Essen - DSV "halbwegs glücklich"

Nach den Deutschen Meisterschaften der Masters auf der Kurzbahn in Essen wurde in den letzten Tagen Kritik laut an der Wettkampf-Organisation. Wegen der hohen Meldezahl trugen die Athleten die Titelkämpfe nach Geschlechtern getrennt in zwei Becken aus. Von „unzumutbaren Verhältnissen“ ist im Internet die Rede. „Es war ein optimaler Kompromiss“, heißt es beim DSV.

| 4. Dezember 2013 | AKTUELL

Wettkampfbecken | Wettkampfbecken bei der DKM der Masters in Essen.

Wettkampfbecken bei der DKM der Masters in Essen.

Foto >Angela Delissen

Das Urteil fiel teilweise heftig aus. „Die DM der Masters in Essen war an Unzumutbarkeit für die Schwimmer nicht zu überbieten. Besonders für die Frauen“, schrieb eine Kommentatorin unter einen Artikel auf swim.de. Eine andere fühlte sich diskriminiert und drohte: „Wenn es eine DSV Fanpage auf Facebook gäbe, hätte diese seit Samstag einen Shitstorm sondergleichen erlebt.“

Unbestrittener Fakt ist, das Essener Hauptbad platzte bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften am vergangenen Wochenende aus allen Nähten: 1.245 Mastersschwimmer aus ganz Deutschland hatten bei der zweitägigen Veranstaltung für über 4.000 Starts gemeldet. Das Bad verfügt neben einem 25-Meter-Becken mit großer Tribüne über einen zweiten Kurzbahn-Pool, der sonst zum Ein- und Ausschwimmen dient. Dass dieser seine besseren Tage schon einige Zeit hinter sich hat, ist nicht zu übersehen.

Weil sich insgesamt weniger weibliche Masters zur DM anmeldeten, traf die Frauen das Los, ihre Wettkämpfe im „schlechteren“ Becken ausschwimmen zu müssen. Dieses wurde dafür so gut es geht wettkampftauglich gemacht. Eigens angefertigte Bleche begradigten beispielsweise den Treppenbereich auf der Wendenseite. Diese, so berichten Teilnehmerinnen, waren jedoch so glatt, dass viele Schwimmerinnen beim Wandabstoß abrutschten.

"Halbwegs glücklich"

„Wir sind halbwegs glücklich mit der Veranstaltung“, sagt die Vorsitzende der Fachsparte Masterssport im Deutschen Schwimmverband, Ulrike Urbaniak, gegenüber swim.de. Allen, denen sie in Essen erklärt habe, warum die Umstände so sind wie sie sind, hätten dies verstanden. „In einem Becken wären wir bis nach Mitternacht geschwommen. So war es ein optimaler Kompromiss. Es gibt leider Sachzwänge, an die nicht jeder Athlet denkt und die nicht zu ändern sind.“

Es ist nur schwer absehbar, wie viele Athleten sich zu einer Veranstaltung anmelden, berichtet Urbaniak. So sei bei den Überlegungen der Mastersschwimmer neben der Erreichbarkeit des Wettkampfortes auch die touristische Attraktivität der Stadt ein wichtiger Faktor. In Essen habe es 30 bis 50 Prozent mehr Meldungen gegeben als erwartet. „Die Meisterschaften waren das größte Event, das der DSV in diesem Jahr ausgerichtet hat. Größer als die DM in der offenen Klasse. Wir freuen uns darüber. Dies zeigt: Es ist ein tolles Event, das die Masters wollen.“

Verlängerung auf drei Tage?

Vor allem bei den 20- bis 24-Jährigen gab es in diesem Jahr enorme Zuwächse bei den Meldungen. Und genau diese Schwimmer möchten die Masters-Verantwortlichen beim DSV erreichen. „Mit der AK 20 schließen wir eine Lücke zwischen Jugendbereich und internationalen Masters“, erklärt Urbaniak. Internationale Wettkämpfe, wie EM und WM, beginnen im Seniorenbereich erst mit der AK 25. Viele junge Athleten würden dem deutschen Masterssport ohne die AK 20 verloren gehen, fürchtet Urbaniak.

Wie der Ablauf der DKM in Zukunft verbessert werden könnte, damit soll sich im kommenden Jahr eine kleine Gruppe innerhalb des DSV beschäftigen. Eine Überlegung ist, die Meisterschaften auf drei Tage auszuweiten. An den Pflichtzeiten soll aber nicht gedreht werden und auch ein Meldelimit pro Ahlet kommt wohl nicht in Betracht. Wo die Meisterschaften 2014 stattfinden werden, steht noch nicht endgültig fest. Die Verhandlungen laufen, sagt Urbaniak. "Leider laufen uns die Ausrichter nicht zu."