"Man sollte sich genau informieren"

Meldechaos, kein Platz auf der Tribüne, kaum Zeit zum Einschwimmen: Die Befürchtungen vor unwürdigen Verhältnissen während der EM Masters in London waren groß. Inzwischen ist Halbzeit und wir haben eine deutsche Teilnehmerin gebeten, uns ihre Eindrücke zu schildern.

| 27. Mai 2016 | AKTUELL

EM London | Die Schwimmhalle der EM in London.

Die Schwimmhalle der EM in London.

Foto >London 2016

Über die Stimmung in London: Die Wettbewerbe finden parallel in zwei Becken statt, wobei eine Rotation zwischen männlichen und weiblichen Aktiven vorgenommen wird. Die Stimmung um das Hauptbecken (Pool 1) mit einer Zuschauertribüne ist sehr gut und die Teilnehmer werden von den Zuschauern und Teamkollegen unterstützt. Die Tribüne ist durchgehend sehr gut gefüllt, sodass die tolle Stimmung kontinuierlich anhält. Das Nebenbecken (Pool 2) war eigentlich als Ein- und Ausschwimmbecken vorgesehen und ist räumlich eingeschränkt. Im Gegensatz zum Hauptbecken ist es hier leider stimmungslos. Dort einen EM-Start zu haben fühlt sich an wie ein Trainingsrennen. Die Motivation in Pool 1 ist deutlich höher.

Wie es sich anfühlt, im Olympiabecken zu schwimmen: Es ist zwar sehr spannend, dort an den Start zu gehen, wo 2012 die Weltelite geschwommen ist und viele Rekorde aufgestellt wurden, während des Rennens fokussiert man sich aber auf seine eigene Leistung. Das besondere Gefühl entsteht durch die Atmosphäre, die durch die hohe Zuschauerzahl auf den Rängen erreicht wird. Bei den Spielen mit 17.000 Zuschauern in der Halle muss die Stimmung gigantisch gewesen sein. Die Umgebung, die Halle sowie die Organisation rund um das Event (Livestream, Liveticker, Leinwand vor dem Schwimmbad) machen die Teilnahme an diesem Wettbewerb unvergesslich.

Über die hohe Zahl der Teilnehmer: Eine Veranstaltung mit über 10.000 Teilnehmern reibungslos durchzuführen ist eine Herausforderung. Die im Vorfeld diskutierte hohe Teilnehmerzahl macht sich jedoch enorm positiv an der Atmosphäre bemerkbar. Man muss sich aber genau über Einschwimmzeiten oder Siegerehrungen informieren.

Über eine ganz besondere Situation: Persönlich hat mich das 200-Freistil-Rennen meines Mannschaftskollegen sehr beeindruckt. Er schwamm auf den letzten fünf Metern zum Sieg in der AK 35. Gänsehautfeeling für mich und meine Mannschaftskameraden auf der Tribüne.

Über beeindruckende Leistungen: Die Leistungen der älteren Schwimmer beeindrucken mich auf jedem Masterswettkampf aufs Neue. Mit über 90 Jahren noch an den Start zu gehen, ist eine Riesenleistung und spornt an, selbst bis ins hohe Schwimmalter aktiv zu sein.