Lambertz: „An kleinen Stellschrauben muss man immer arbeiten“

Noch fünf Monate bis zu den Olympischen Spielen in Rio. SWIM hat bei DSV-Chefbundestrainer Henning Lambertz nachgefragt, wie er die derzeitige Form des Teams einschätzt, welcher Schwimmer ihn am meisten beeindruckt und wie sehr er die internationale Konkurrenz im Blick hat.

| 14. März 2016 | Aktuell

Henning Lambertz

Impressionen aus dem Trainingslanger der DSV-Naionalmannschaft im Thanyapura auf Phuket.

Photo > Peter Jacob / spomedis

Noch fünf Monate bis Olympia – wie schätzen Sie die Frühform Ihrer Schwimmer ein?
Insgesamt gut, wobei man immer im Hochleistungssport bei einer sehr facettenreichen Sportart wie dem Schwimmen – es sind immerhin 96 Medaillen zu vergeben – „Licht und Schatten“ sieht. Aktuell ist es aber in meinem Team eher hell.
 
Bei der international stark besetzten Golden Tour in Marseille fischten die DSV-Schwimmer 14 Medaillen aus dem Pool. Wer hat Sie besonders beeindruckt?
Marco Koch! Der Junge „spielt“ mit Zeiten unter 2:10 Minuten und es macht Spaß, einen Vollprofi wie ihn im Team zu haben. Sein Erfolg kommt nicht von ungefähr. Alexander Kreisel, sein Coach, und Marco sind ein sehr gut eingespieltes Team und Marco mittlerweile ein Fachmann für Fragen der Supplementierung, Kraftsteuerung, Technikoptimierung und vieles mehr. Weiterhin aber vor allem Jan Philip Glania, der einen sehr starken Eindruck bei mir hinterließ, wie auch Christian vom Lehn, Paul Biedermann, Alexandra Wenk und andere Topschwimmer. Schwierigkeiten gab es auch, diese werden wir aufarbeiten und abstellen.
 
Kann man fünf Monate vor dem Sporthighlight des Jahres eigentlich noch viel am Training justieren?
Das kommt auf den Bereich an, in den man eingreifen möchte. Das vorolympische Jahr ist das trainingsintensivere im Sinne der Umfänge. Im olympischen Jahr nutzt man dann generell mehr Wettkämpfe, um die guten Grundlagen in die wettkampfnahen Geschwindigkeiten zu überführen. An kleinen Stellschrauben muss und kann man aber wirklich immer arbeiten!
 
Wie sehr blicken Sie auf die Leistungen der internationalen Konkurrenz?
Tagtäglich! Das ist mein Job. Sicher muss man als Athlet und Heimtrainer bei sich bleiben, als Chefbundestrainer wäre es aber fatal, nicht zu wissen, wo man mit seinem Team steht, was und vor allem wie die Konkurrenz schwimmt oder welche Newcomer sich andeuten.