Jedes Jahr schließen 46 Bäder für immer

Das subjektive Gefühl vieler Schwimmer trügt nicht: Immer mehr Bäder in Deutschland fallen dem Rotstift zum Opfer. In den letzten acht Jahren wurden nach Angaben der DLRG im Bundesgebiet 371 Bäder geschlossen. Nur 21 Bäder wurden im selben Zeitraum neu gebaut.

| 27. Oktober 2015 | AKTUELL

Unibad trocken | Unibad Bremen

Unibad Bremen

Foto >Ruben Mohrs

Im Durchschnitt schlossen damit seit 2007 jedes Jahr 46 Bäder ihre Türen. Wie die DLRG weiter mitteilte, seien derzeit 670 von einer Schließung bedroht, 90 wurden seit 2007 saniert. Die meisten Bäderschließungen gab es in Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Bäderschließungen seit 1. Juli 2007

geschlossenbedroht

NRW

102

164

Bayern

48

74

Hessen

46

62

Baden-Württemberg

45

70

Niedersachsen

31

104

Rheinland-Pfalz

31

43

Neue Bundesländer

27

81

(Quelle: DLRG)

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Von den Schließungen besonders betroffen sind Hallenbäder. 223 der 371 geschlossenen Bäder seien überdacht gewesen, heißt es. Hinzu kämen 89 Freibäder, 23 Lehrschwimmbecken, vier Kombibäder, zehn Spaßbäder sowie je zwei Naturfreibäder und Thermen. Von den 7.784 Bädern, die die Sportstättenstatistik in Jahr 2002 ausgewiesen habe, seien aktuell 13 Prozent (1.041) geschlossen worden oder von der Schließung akut bedroht.

Lange warten für Schwimmkurs

Die ausschließlich vom Sparzwang geleitete Politik zeige mittlerweile verheerende Auswirkungen, so die DLRG. Die Zahl der schwimmfähigen Grundschulabgänger gehe stetig zurück. "50 Prozent sind keine sicheren Schwimmer mehr, 25 Prozent der Grundschulen haben gar keinen Zugang mehr zu einer Schwimmhalle", sagte DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje. Die Wartezeiten auf einen Platz im Schwimmkurs dauere zwischen ein und zwei Jahre. "In ländlichen Regionen ist die Lage besonders problematisch.“