Ein Tag mit Katinka Hosszu

Es ist schon fast Normalität - "the same procedure as every year", könnte man auch sagen. Auf den Saisonhöhepunkt im August folgt der Kurzbahn-Weltcup - und Katinka Hosszu lässt die Weltrekorde purzeln wie nichts.

| 29. August 2014 | AKTUELL

Katinka Hosszu | Schwimm-EM Berlin 2014

Schwimm-EM Berlin 2014

Foto >Daniel Kopatsch

Wenn Sie Vereinsschwimmer sind, dann kennen Sie die DMS, den Mannschaftswettbewerb, bei dem alle 13 olympischen Schwimmstrecken in schneller Abfolge absolviert werden. Das Programm wird je nach Liga zwei- oder dreimal wiederholt. Dabei gilt, dass jeder Athlet nur vier bzw. fünf Strecken schwimmen darf. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das reicht.

Wenn einen fünf Rennen an einem Wochenende schon schlauchen, fragt man sich, wie es die Ungarin Katinka Hosszu fertigbringt, an zwei Weltcup-Tagen gleich 19 mal ins Wasser zu springen - und das jedes Mal mit einer Leistung auf Weltklasseniveau. "Da gibt es kein Geheimnis. Du darfst nicht an die nächsten Aufgaben denken, bevor du ein Rennen beendet hast", sagte Hosszu während der EM zu swim.de über ihr Wettkampfpensum. Und weiter: "Dafür muss man manchmal seinen eigenen Kopf betrügen. Ich rede mir zum Beispiel ein, dass ich nicht müde bin. Doch eigentlich bin ich völlig fertig."

Katinka Hosszu | Katinka Hosszu klettert nach einem EM-Rennen in Berlin aus dem Becken.

Katinka Hosszu klettert nach einem EM-Rennen in Berlin aus dem Becken.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Dass sie "eigentlich völlig fertig" sein muss, kann sich jeder vorstellen, der einen Blick auf Hosszus gestrigen Tag wirft (siehe Tabelle). Dieser steht exemplarisch für viele Tage im Wettkampfjahr der Athletin. Und dabei hat die 23-Jährige gerade eine lange EM hinter sich, eine mehrstündige Anreise nach Katar und einen ersten Wettkampftag mit neun Starts am Mittwoch. Weil sie dabei Weltrekord über 200 Meter Lagen schwamm, brachte Hosszu ganz nebenbei das Kunststück fertig, drei Weltbestmarken innerhalb von 24 Stunden aufzustellen.

Katinka Hosszus 28. August

Uhrzeit*StreckeZeitWR-VergleichPlatz

10:27 Uhr

100 m Freistil

0:53,05 min

  • 2,04 s

1

11:01 Uhr

100 m Rücken

0:55,38 min

  • 0,15 s

1

11:26 Uhr

100 m Lagen

0:57,25 min WR

  • 0,20 s

1

11:28 Uhr

50 m Schmett.

0:27,45 min

  • 3,07 s

6

Pause

17:56 Uhr

400 m Lagen

4:20,83 min WR

  • 0,02 s

1

18:39 Uhr

100 m Rücken

0:56,02 min

  • 0,79 s

1

19:01 Uhr

200 m Schmett.

2:04,48 min

  • 3,70 s

2

19:14 Uhr

400 m Freistil

4:25,80 min

  • 31,28 s

6

19:39 Uhr

100 m Lagen

0:57,34 min

  • 0,09 s

1

19.48 Uhr

50 m Schmett.

0:26,38 min

  • 2,00 s

3

Swipe me

(* Die Uhrzeit entspricht der Angabe im Protokoll und nicht der exakten Startzeit.)

Sieg und Rekord für Diener

Ach ja, neben Hosszu schwammen natürlich auch noch andere in Doha. So ließ der Potsdamer Christian Diener seinem Sieg über 100 Meter Rücken am Mittwoch einen Erfolg über 200 Meter folgen. Über die längere Distanz siegte er in deutscher Rekordzeit von 1:50,20 Minuten. Franziska Hentke aus Magdeburg verbuchte in 2:04,55 Minuten einen dritten Platz über 200 Meter Schmetterling.

Christian Diener | Gut in Form: Christian Diener siegte über 100 und 200 Meter Rücken.

Gut in Form: Christian Diener siegte über 100 und 200 Meter Rücken.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Ebenfalls Dritter wurde Europameister Marco Koch über 100 Meter Brust (57,59 Sekunden). Besser platzierte er sich auf seiner Nebenstrecke 200 Meter Lagen. Hier schlug er nach 1:54,45 Minuten als Zweiter hinter dem Australier Thomas Fraser-Holmes (1:53,93 Minuten) an. Der Hamburger Sprinter Steffen Deibler kam beim Sieg von Chad le Clos über 100 Meter Schmetterling (48,70 Sekunden) in 50,47 Sekunden auf Rang vier. Die 50 Meter Freistil legte der 27-Jährige in 21,67 Sekunden zurück, was zu Platz sechs reichte. Deiblers Fazit: "solide, mehr aber auch noch nicht."

Am Sonntag und Montag wird der Weltcup in Dubai fortgesetzt.