Ein Banner für Weltmeister Marco Koch

Darmstadt ehrt seinen Schwimm-Weltmeister Marco Koch: Über dem Eingang zum Nordbad hängt seit vier Tagen ein Banner mit der Aufschrift: "Trainingsstätte des Weltmeisters - mit Darmstadt im Rücken nach Rio 2016".

| 8. September 2015 | AKTUELL

Nordbad | Marco Koch enthüllt Banner am Nordbad in Darmstadt.

Marco Koch enthüllt Banner am Nordbad in Darmstadt.

Foto >DSW Darmstadt

Gleich der Schwimmhalle einen neuen Namen geben, wie Erlangen im Jahr 2003 mit der Hannah-Stockbauer-Halle, das wollten die Darmstädter dann doch nicht. Doch welcher Schwimmer kann schon von sich behaupten, beim täglichen Gang zum Training von einer persönlichen Widmung begrüßt zu werden? Marco Koch selbst enthüllte das Banner am Nordbad gemeinsam mit seinem Trainer Alexander Kreisel.

Die Aktion fand erst jetzt, vier Wochen nach dem WM-Triumph in Kasan statt, weil der 25-Jährige aus Russland direkt in die Türkei in den Urlaub geflogen war. Den hatte Koch auch bitter nötig. Am Ende der WM war er krank geworden, so dass er mehrere geplante Weltcup-Starts in Moskau und Paris absagen musste. "Das kann schon am Stress gelegen haben", sagte er dem Darmstädter Echo, doch nun habe er "Motivation und Kraft für das neue Jahr geschöpft".

Banner | Im Nordbad absolviert Koch den größten Teil seines Trainings.

Im Nordbad absolviert Koch den größten Teil seines Trainings.

Foto >DSW Darmstadt

In den nächsten elf Monaten wird für Füße hochlegen, Strand und Lesen auch keine Zeit bleiben, denn für Koch beginnt jetzt die Olympiasaison. Zu Beginn steht vor allem Krafttraining auf dem Plan, verriet er während des Termins im Nordbad. Dieser hatte neben der Präsentation des Banners noch einen weiteren Programmpunkt: Die Eintragung ins Goldene Buch der Stadt.

Koch nutzte die Gelegenheit zu einem kleinen Seitenhieb auf die Stadt. "Für ein neues Nordbad - hop, hop", schrieb der erste deutsche Weltmeister seit sechs Jahren ins Buch, denn bereits vor zwei Jahren hatte er nach seiner WM-Silbermedaille den Wunsch nach einem Neubau des sanierungsbedürftigen Bads geäußert. Seitdem ist allerdings nicht viel passiert. Immerhin gibt es jetzt Entwürfe für einen Neubau und Oberbürgermeister Jochen Partsch versprach gegenüber dem Echo die zügige Umsetzung des schon lange geplanten Projekts: "Das Nordbad haben wir demnächst wieder neu."

Ob Marco Koch davon noch vor Rio 2016 profitieren wird, ist eher unwahrscheinlich. Doch vielleicht ist das der Preis, den er dafür zahlen muss, in seiner Heimatstadt geblieben und nicht an einen großen Stützpunkt gewechselt zu sein. Der DSW-Vorsitzende Thomas Kipp ist genau darauf besonders stolz, die Leistungen Kochs "als normaler Verein, nicht Stützpunkt, nicht Leistungszentrum" ermöglicht zu haben.