"Das perfekte Rennen sehen wir hoffentlich nächstes Jahr"

Er ist der Mann hinter dem Erfolg von Marco Koch: der Darmstädter Trainer Alexander Kreisel. Im Interview beschreibt er das Rennen seines Schützling und sagt: „Das war noch nicht perfekt“.

| 7. August 2015 | AKTUELL

Alexander Kreisel | Alexander Kreisel und Marco Koch bei der WM in Kasan 2015.

Alexander Kreisel und Marco Koch bei der WM in Kasan 2015.

Foto >Frank Wechsel (spomedis)

"Nicht zu wild, nicht zu kurz. Das war entscheidend."

Alexander Kreisel

Alexander Kreisel, wann wussten Sie, dass es reicht? Zwei Züge vor dem Ziel.

Wie beurteilen Sie als Trainer Marcos Rennen? Es war kein perfektes Rennen, das sehen wir hoffentlich nächstes Jahr. Die Zeit ist nicht die, die wir uns erhofft haben. Aber das ist jetzt egal. Die erste Bahn war etwas verkrampft, da hat er zu viel Frequenz rausgenommen. Die letzte Bahn ist hart, wenn die Speicher leer sind. Das hat er gut gemacht. Bei 150 Metern waren vier Leute noch fast gleich auf und er hat das Ding nach Hause gebracht.

Was hat heute den Ausschlag für Ihren Schwimmer gegeben? Er hat davor gewonnen, nicht beim Anschlag. Bei 175 hat er den Druck gehalten und versucht, auch die Länge zu halten. Er wurde nicht zu wild, nicht zu kurz. Dadurch hat er den Druck gehalten. Das war das Entscheidende.

Alexander Kreisel und Marco Koch | Erfolgsduo: Kreisel und Koch.

Erfolgsduo: Kreisel und Koch.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Haben Sie Marcos Magenprobleme nach der Anreise besorgt? Das war ein Tag lang und der war sowieso eingeplant. Wir kamen mitten in der Nacht an und wussten vorher, dass wir den Sonntag nicht nutzen können. So konnten wir länger ausschlafen und dann locker schwimmen. Es war geplant, dass wir vier Tage haben. Das hat perfekt hingehauen.

Noch ein paar Zehntel drin

Wie schafft es Marco Koch, auf den Punkt da zu sein? Gute Frage. Wir üben das. Ich glaube, es war dieses Jahr sogar einfacher als letztes Jahrt, weil es mit der Mannschaft schon gut lief. Dass er sich auf den Punkt konzentrieren kann und sich steigert von Vorlauf zu Halbfinale zu Finale, das zeichnet ihn aus.

Was kann jetzt noch kommen? Wir wollen irgendwann den Weltrekord. Er ist so heiß. Und er kann es auch. Wir müssen an ein paar Punkten arbeiten, dann ist alles möglich. Die Technik ist schon ziemlich gut aber nicht perfekt. Wir müssen so trainieren, dass er auch auf der letzten Bahn noch die Kraft hat, die Länge zu halten und mit ruhiger Frequenz zu schwimmen. Das wird sehr schwer, weil es eine Kombination aus Kraft und Technik ist. Die Wende und die Drehung sind Details, wo auch noch Zehntel drin sind.

Was fühlen Sie nach dem Rennen? Ich bin stolz auf ihn. Es ist ein Traum, mit so einem Sportler arbeiten zu dürfen.