Für Paul Biedermann (SV Halle) geht es heute Nachmittag um das WM-Ticket über 400 Meter Freistil.

Frank Wechsel / spomedis

Paul Biedermann (SV Halle)
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Pool | 3. Juni 2011

Finale über 400 Meter Freistil  Bewährungsprobe für Biedermann

Miriam Müller | Für Paul Biedermann geht es heute im Finale über 400 Meter Freistil um die WM-Norm. Der Hallenser sorgte schon vor seinem großen Auftritt am Beckenrand für Aufsehen.
Bislang konnten erst vier Schwimmer (Yannick Lebherz über 400 Meter Lagen, Helge Meeuw über 100 Meter Rücken Jan David Schepers über 200 Meter Lagen und Hendrik Feldwehr über 50 Meter Brust) die hoch angesetzten WM-Normen des Deutschen Schwimmverbands unterbieten. Heute geht es für Paul Biedermann um das begehrte Ticket zur Weltmeisterschaft im Juli in Shanghai (China).

Kontrolliert ins Finale

Der Hallenser ist mit im Vorlauf kontrolliert geschwommenen 3:52,56 Minuten als Drittschnellster in das Finale über 400 Meter Freistil eingezogen. "Ich bin gut durch den Vorlauf gekommen, aber nur das Finale zählt", misst der 26-Jährige seinem Vorlaufergebnis keine große Bedeutung zu. Der Praktikant der Halleschen Wasserwerke ist der aktuelle Weltrekordhalter über die 400 Meter Freistil. Die Fabelzeit von 3:40,07 Minuten schwamm er 2009 bei der Weltmeisterschaft in Rom in einem der damals noch zugelassenen Hightech-Badenazüge mit Unterstützung des Auftriebs.

Kritik am Modus der Meisterschaften

In Berlin kristisierte Biedermann die Wettkampfreihenfolge der 123. Deutschen Meisterschaften und brachte sich damit im Vorfeld seiner Finals einen Rüffel der Führung des Deutschen Schwimmverbands (DSV) ein. Biedermann hatte kritisiert, dass zwischen den Vorläufen und den zum Teil erst am Wochenende stattfindenden Finalrennen mehrere Tage liegen. Diese Tatsache ist jedoch der am Wochenende stattfindenden TV-Übertragung der Finals geschuldet, die nicht zuletzt den Schwimmern und ihren Sponsoren zugute kommt. "Man könnte vieles athletenfreundlicher gestalten, wenn man die Athleten einbeziehen und nicht alles von oben herab entscheiden würde", äußerte sich der Weltrekordhalter bei der gestrigen Pressekonferenz kritisch zum Wettkampfprogramm in Berlin. "Es wäre fairer den Athleten gegenüber, schon bei den Deutschen Meisterschaften das olympische Wettkampfprogramm einzuführen, dann hätten wir schon mal die Möglichkeit, die olympische Belastung nachzuspielen." Lutz Buschkow, Direktor Leistungssport des Deutschen Schwimmverbands, kommentierte die Kritik des Leistungsträgers: "Wenn wir das olympische Programm einführten, würden die deutschen Meisterschaften neun Tage dauern statt sechs. Unsere Herausforderung war es, ein mediales Wochenende zu schaffen. Ich denke, wir haben einen guten Kompromiss gefunden: So sind die Sportler am Wochende medial vertreten und können ihre Sponsoren zeigen." Die Finalrennen am Samstag und Sonntag werden live im ZDF übertragen.
Die Meinungeverschiedenheit mit seiner Verbandsführung könnte Biedermann heute Nachmittag mit einer überzeugenden Leistung aus dem Weg räumen. Die WM-Norm liegt bei 3:46,91 Minuten. Über eine WM-Qualifkation von Paul Biedermann würde sich auch Buschkow freuen, ist der Hallenser doch neben seiner Lebensgefährtin Britta Steffen der Top-Star der deutschen Nationalmannschaft.

Markus Deibler: Zweites Ticket über 200 Meter Lagen?

Neben Biedermann geht es heute auf für Markus Deibler um die Qualifikation für die WM in Shanghai. Der Hamburger geht im Finale über 200 Meter Lagen an den Start und lag im Vorlauf mit seiner Zeit von 2:02,74 Minuten noch dreieinhalb Sekunden über der Norm, die bei 1:59,42 Minuten liegt. Diese Zeit knackte im Vorlauf überraschend Jan David Schepers, der mit 1:59,03 als Schnellster ins Finale einzog.

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