Dirk Lange war von November 2008 bis Dezember 2011 Bundestrainer der deutschen Schwimmen.

Frank Wechsel / spomedis

Dirk Lange (Bundestrainer Schwimmen)
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Pool | 19. Februar 2013

Dirk Lange wird 50 "Arroganz und Bürokratie stehen Kreativität im Wege"

Peter Jacob | Heute feiert der ehemalige Bundstrainer Dirk Lange seinen 50. Geburtstag. Im Interview spricht der streitbare Schwimmexperte über seinen Nachfolger Henning Lambertz, die eigene Fitness und sein Grazer Projekt für Rio 2016.
Dirk Lange, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Was bedeutet Ihnen die Zahl 50?
Die Zahl 50 ist für mich nur eine Zahl wie jede andere auch und völlig ohne besondere Bedeutung.

Für viele ist der 50. Geburtstag ein Anlass, kritisch zurückzublicken. Haben Sie in der Vergangenheit Fehler gemacht?
"Im Rückblick würde ich einige Dinge anders machen."
Klar würde ich im Rückblick einige Dinge anders machen, das bringt das Leben mit sich. Grundsätzlich bin ich aber sehr zufrieden, mit dem was ich sportlich erreicht habe. Ich habe in meiner Trainerlaufbahn alles gewonnen, was es für einen Trainer zu gewinnen gibt. Meine Sportler wurden Europameister, Weltmeister und Olympiasieger, schwammen Landesrekorde, Europa- und Weltrekorde. Grundsätzlich habe ich immer versucht, nach meinen Maximen zu leben und zu handeln, sofern ich dazu die Chance hatte.

Wie halten Sie sich selbst für die nächsten 50 Jahre fit? Schwimmen Sie noch regelmäßig?
"Sport gehört zu meinem Leben wie das Atmen."
Sport ist nicht nur das Medium mit dem ich mein Geld verdiene, sondern gehört auch zu meinem Leben, wie das Atmen. Laufen, Fußball, Krafttraining und viele anderen Dinge bestimmen neben meiner Trainertätigkeit meinen Tagesablauf. Der Sport umgibt mich überall. Meine Frau war als Sportlerin bei Olympischen Spielen. Genauso wie mein Assistenztrainer, der dieses als Sportler sogar zweimal schaffte. Meine Kinder spielen Tennis und Eishockey. Wenn ich selber keinen Sport betreiben kann, fühle ich mich nicht wohl. Viele meiner Kollegen haben eine andere Freizeitgestaltung. Bei mir ist es anders und ich kann gar nicht genug vom Sport bekommen. Für mich gehören meine Familie und der Sport zu dem, was mir Spaß macht.

Graz beziehungsweise Österreich gilt bisher nicht gerade als Schwimmerhochburg. Warum haben Sie sich für die Steiermark entschieden und wie verlief die Eingewöhnungszeit?
Ich arbeite dort, wo man meine Arbeit schätzt und sie entsprechend nach internationalen Standards entlohnt. Hierfür brauche ich natürlich hervorragende Bedingungen und ein perfektes Umfeld. Alles das finde ich in Graz. Neben der Tätigkeit als Cheftrainer des dortigen Landesleistungszentrums, wo ich mich über nichts beklagen kann, im Besonderen nicht über die Hilfestellung aus allen Bereichen des gesellschaftlichen und politischen Lebens, ist mir die Möglichkeit eingeräumt worden, das "DLP-Project 2016" zu starten. Dieses Projekt konzentriert sich auf die professionelle Zusammenarbeit mit Leistungs- und Spitzensportlern auf ihrem Weg zu internationalen Topveranstaltungen, wie Europa- und Weltmeisterschaften sowie den Olympischen Spielen.

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