Vier Tote bei Badeunfällen

Hochsommerliche Temperaturen haben am langen Pfingstwochenende die Menschen ins Freiwasser gelockt. Die traurige Bilanz: Mindestens vier Tote bei Badeunfällen und ein Schwerverletzter. Für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist meist Leichtsinn der Grund für die tragischen Unfälle.

| 11. Juni 2014 | AKTUELL

DLRG | DLRG Wasserrettung

DLRG Wasserrettung

Foto >Sonja Schleutker-Franke / spomedis

In einem Badesee in der Nähe von Ulm ist am Sonntagnachmittag ein 28-jähriger Mann ertrunken. Er war mit mehreren Bekannten zusammen im See geschwommen, als ein Freund nach ihm schaute und nur noch Luftblasen aus der Tiefe aufsteigen sah. Der Mann wurde von einem zufällig anwesenden Rettungsschwimmer der Freiwilligen Feuerwehr Rottenacker auf dem Grund des Sees geborgen. Der sofort alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Ähnlich verlief auch ein Badeunfall am Altwarmbüchener See. Ein 26-jähriger Austauschstudent aus Nepal war beim Baden mit Freunden plötzlich verschwunden. Nach einer Stunde konnte er von Rettungskräften geborgen werden – im Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen.

Ein Bad in der Isar wurde einem in München lebenden Chinesen zum Verhängnis: Ein Ehepaar entdeckte seinen leblosen Körper, der auf dem Wasser trieb. Flussaufwärts wurden zwei Fahrräder und Rucksäcke mit Ausweisen gefunden. Nach dem zweiten Mann wird noch gesucht.

"Die Strömung ist so stark – da bist du Treibgut“

In der Ruhr endete das Bad eines 23-Jährigen tödlich. „Mehr als 100 Retter hatten mehrere Stunden lang nach dem Hattinger gesucht. Er war vor den Augen seiner Angehörigen plötzlich im Wasser verschwunden“, heißt es in einem Artikel der Ruhr Nachrichten. Die Polizei hält es für möglich, dass er von einem Strudel unter Wasser gezogen wurde.

Erst in der vergangenen Woche hatte Mark Warnecke in einem Selbstversuch für stern TV gezeigt, wie gefährlich es selbst für einen erfahrenen Schwimmer ist, durch den Rhein zu schwimmen. Sein Fazit: „Das mache ich nie wieder. Die Strömung im Rhein ist so stark – da bist du Treibgut“, sagte der 44-Jährige.

Mit schweren Verletzungen endete in Lengerich (Nordrhein-Westfalen) ein Unfall eines 16-Jährigen. Er war von einer etwa 15 Meter hohen Klippe in einen Badesee gestürzt und musste von einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus transportiert werden. Laut einem Artikel der Westfälischen Nachrichten ist das Betreten des Steilufers genauso wie das Baden in dem See verboten. Trotzdem ist das Gewässer ein beliebter Treffpunkt bei jungen Leuten.

445 Opfer im Jahr 2013

„Leider sind meist junge Männer die Opfer von Badeunfällen, weil Sie leichtsinnig sind und ihre Kräfte überschätzen“, sagte Dr. Harald Rehn, der bei der DLRG für die Ausbildung zuständig ist. Wenn bei den hochsommerlichen Temperaturen auch noch Alkohol im Spiel sei und man sich dann zum Abkühlen in den 17 oder 18 Grad kalten See stürze, könne es schnell zu einem Kreislaufversagen kommen. „Da hat man keine Chance mehr, auf sich aufmerksam zu machen“, sagt Rehn.

Laut Statistik der DLRG für das Jahr 2013 ertranken in Deutschland 445 Menschen, davon 360 Männer und 85 Frauen. Von den 445 Opfern ertranken 342 in Flüssen oder Seen. Der DLRG ist es deshalb wichtig, dass Baderegeln schon die Kleinsten lernen. Damit jeder das erfrischende Bad im Baggersee unbeschadet übersteht.