Thomas Lurz holt WM-Bronze über 5 Kilometer

Thomas Lurz hat am ersten Wettkampftag der WM in Barcelona die erste Medaille für den DSV aus dem öligen Hafenbecken gefischt. Rob Muffels kam laut Zielfotoauswertung als Elfter ins Ziel. Auch Isabelle Härle überraschte mit einem starken fünften Platz über die fünf Kilometer. Einziger Wermutstropfen: WM-Neuling Finnia Wunram wurde disqualifiziert.

| 20. Juli 2013 | Aktuell

London 2012 - Open Water Männer - 13

London 2012: 10 km Männer

Photo > Frank Wechsel / spomedis

Chef-Bundestrainer Henning Lambertz brachte es auf den Punkt: Die „Verlässlichkeit in Person“ habe die erhoffte Medaille zum Auftakt der Weltmeisterschaften erkrault. Es bedurfte keiner weiteren Erklärung. Natürlich meinte er damit Thomas Lurz, den zehnfachen Weltmeister, der seit Jahren die immer spärlicher ausfallende Medaillenbilanz des DSV aufhübscht.

Doch was sagt der Rekordweltmeister selbst dazu, der zuvor sieben Weltmeisterschaften in Folge die Fünf-Kilometer-Distanz gewonnen hatte? „Das geht in Ordnung. Ich bin zufrieden“, befand Lurz nachdem sich der anfängliche Ärger darüber, den Kampf um Silber um sechs Zehntelsekunden verloren zu haben, in einem Faustschlag aufs Wasser entladen hatte.

"Mir fehlt die Geschwindigkeit"

„Ich hab mich das ganze Rennen über eigentlich sehr gut gefühlt. Vielleicht war ich einen Ticken zu früh vorne, aber bei den fünf Kilometern kannst Du da kein Risiko eingehen und dich lang verstecken.“  Zumal sowohl Sieger Oussama Mellouli (Tunesien) als auch der Zweitplatzierte Kanadier Eric Hedlin auch im Becken sehr schnell schwimmen. „Mir fehlt da halt die Geschwindigkeit im Endspurt. Der Oussama schwimmt auf 100 Metern einfach mal vier, fünf Sekunden schneller als ich. Ich habe ein paar mal probiert, das Rennen vorher zu entscheiden, aber das konnte ich diesmal nicht.“

Am Montag geht es für den Vize-Weltmeister von 2011 über die doppelte Distanz erneut um eine Medaille. „Da bin ich sehr optimistisch. Auf der doppelt so langen Distanz relativiert sich dann ja auch den Endspurt.“

5 Kilometer | Männer

Platz Name Zeit

1

Oussama Mellouli (TUN)

53,30,4 min

2

Eric Hedlin (CAN)

53:31,6 min

3

Thomas Lurz (Würzburg))

53:32,2 min

11

Rob Muffels (Magdeburg)

53:38,5 min

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Knapp an Bronze vorbei schrappte zuvor überraschend Isabelle Härle. Beim Sieg der Amerikanerin Haley Anderson hatte Härle als Fünfte angeschlagen – nur eineinhalb Sekunden hinter der drittplatzierten Brasilianerin Ana Cunha. „Das ist jetzt natürlich ein bisschen ärgerlich. Aber ich freu' mich. Platz fünf bei einer WM – das kann auch nicht jeder von sich behaupten“, so die Essenerin. „Am Schluss hatte ich gehofft, dass ich außen im Pulk bin und vielleicht noch meine Geschwindigkeit ausspielen kann“, ergänzte Härle, die als einzige deutsche Teilnehmerin sowohl im Becken als auch im offenen Wasser startet. „Aber sobald da welche neben dir sind, kriegst du wieder eine drüber. Das ist ein wahnsinniges Geprügel.“

Wunram disqualifiziert

Härle, die als Beckenschwimmerin vor zwei Jahren erstmals ins offene Wasser geworfen wurde, weiß mittlerweile, dass Freiwasserschwimmen nichts für nette Menschen ist. „Aus dem Wasser heraus sind die Mädels immer alle nett und höflich und zuvorkommend, aber im Wasser hört die Freundschaft irgendwie auf.“

Für die zweite deutsche Starterin im Fünf-Kilometer-Feld war das Rennen bereits nach knapp 30 Minuten beendet. Die 17-jährige Finnia Wunram schwamm bei ihrer WM-Premiere falsch um eine Boje herum und sah die rote Karte von den Schiedsrichtern. „Ich weiß auch nicht, wie das kam. Ich habe die Boje gar nicht gesehen“, sagte die deutsche Meisterin im Anschluss an das Rennen. „Das ist natürlich scheiße, aber es kann passieren. Ich konnte trotzdem viel Erfahrungen sammeln.“ Die will Wunram jetzt in der Türkei ausspielen, wo sie bereits am kommenden Wochenende bei der Jugend-Europameisterschaft starten wird.

5 Kilometer | Frauen

Platz Name Zeit

1

Haley Anderson (USA)

56:34,2 min

2

Poliana Okimoto Cintra (BRA)

56:34,4 min

3

Ana Cunha (BRA)

56:44,7 min

5

Isabelle Härle (Essen)

56:46,2 min

Finnia Wunram (Magdeburg)

Disq.

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