Der zehnfache Freiwasser-Weltmeister Thomas Lurz ist der Medaillengarant unter den deutschen Schwimmern.

Frank Wechsel / spomedis

Thomas Lurz auf dem Weg zur Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in London.
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Open Water | 19. Juli 2013

5 Kilometer Sorgt Thomas Lurz für glänzenden WM-Auftakt?

Sabrina Knoll | Wenn am Samstag die Schwimm-WM in Barcelona beginnt, geht es für das deutsche Team gleich um Podestplätze. Nicht im Becken. Da sieht es noch immer nicht wirklich glänzend aus. Es ist wieder einmal an den Freiwasserschwimmer, die Bilanz für den DSV aufzuhübschen. Das erste Edelmetall soll Thomas Lurz aus dem Hafenbecken der katalanischen Metropole fischen.
„Ein interessanter und witziger“ Streckenverlauf ist laut Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz für die Langstreckler vorgesehen. Sie werden festlandnah durch die Moll de la Fusta kraulen. „Das ist sehr viel zuschauerfreundlicher als zum Beispiel vor zwei Jahren in Shanghai“, lobt auch Vize-Olympiasieger Thomas Lurz, der in London erstmals vor beeindruckenden 60.000 Zuschauern geschwommen ist, „statt sonst immer eine Stunde aufs Meer hinaus und eine Stunde wieder zurück“, wie Stefan Lurz es beschreibt.
Video vom WM-Kurs in Barcelona:
An seinem Team wird es sein, die ersten WM-Medaille für den deutschen Schwimmverband zu sichern. Den Anfang soll am Samstag Thomas Lurz machen, der schon in London dafür sorgte, dass der DSV nicht ganz ohne Olympia-Medaille blieb.

1.500 Meter: Zu kurz für Lurz

Der 33 Jahre alte Titelverteidiger über fünf Kilometer war bereits 2003 in Barcelona dabei. Damals allerdings im Becken, da Freiwasserschwimmen erst 2008 olympisch wurde. „Aber die 1.500 Meter waren für Thomas einfach zu kurz“, sagt Bruder Stefan Lurz über den zehnfachen Langstrecken-Weltmeister und ergänzt: „Im Freiwasser ist Thomas immer für eine Medaille gut.“ Über die nicht-olympischen fünf Kilometer ebenso wie über die doppelte Distanz, über die sich Lurz vor zwei Jahren in Shanghai zum Vize-Weltmeister kürte.
Den Spagat zwischen Hallenbad und Hafenbecken wagt in diesem Jahr Isabelle Härle. Die Essenerin, die erst vor zwei Jahren aufgrund der verpassten Qualifikation für die Beckenwettbewerbe in Shanghai kurzerhand auf Freiwasser-Schwimmerin umschulte und in der Bucht der chinesischen Hafenstadt gleich zu WM-Bronze im neuen Team-Wettbewerb kraulte, weiß zwar, dass sie sich auf Dauer wird entscheiden müssen. „Aber solange ich im Becken noch gewinne und mich qualifiziere, möchte ich das Becken noch nicht aufgeben.“ Stefan Lurz hofft auf eine baldige Entscheidung pro Freiwasser. Schließlich sieht er in Härle eine mögliche Nachfolgerin von Angela Maurer. Zumindest ihren Olympia-Traum wird sich die Freundin von Brustschwimmer Hendrik Feldwehr wohl nur auf der langen Kante erfüllen können.
Isabelle Härle schwimmt 800F bei DM Berlin 2013
Isabelle Härle tritt bei der WM sowohl im Becken als auch im Freiwasser an.
©Michael Rauschendorfer

Zwei bis drei Medaillen sollen her

Apropos Angela Mauerer: Der 37-jährigen Wiesbadenerin kann in Barcelona ein ganz besonderes Kunststück gelingen. Auch sie war 2003 bereits bei der letzten WM in der spanischen Metropole am Start, ist damals bereits zu Silber über zehn Kilometer und Bronze über 25 Kilometer geschwommen. Für die Olympia-Fünfte könnte sich mit einem erneuten Erfolg also ein Kreis schließen. Die Vizeweltmeisterin über die 25 Kilometer könnte am Abschluss-Sonntag der Freiwasser-Wettbewerbe erneut aufs Treppchen schwimmen und sich selbst das schönste Geburtstagsgeschenk machen.
Zwei bis drei Medaillen hofft Bundestrainer Stefan Lurz danach in den deutschen Medaillenspiegel eintragen zu können. Mit Langstrecken-Assen wie Thomas Lurz und Maurer eine realistischen Zielsetzung. Ebenso sehr freut sich Stefan Lurz aber, dass er auch vielversprechende Nachwuchsschwimmer in Barcelona am Start hat. Wie die 17 Jahre junge Finnia Wunram, die bei den deutschen Meisterschaften über die fünf Kilometer vor Isabelle Härle anschlug. Auch für Svenja Zihsler ist ihr Start über die zehn Kilometer der erste WM-Auftritt. Junioren-WeltmeisterRob Muffels und der 28-jährige Christian Reichert aus Wiesbaden komplettieren das deutsche Freiwasser-Team.
„Wir haben eine gemischte Truppe am Start aus Erfahrenen und Neuen, die national die ein oder andere Erfahrenere schon ärgern konnten.“ Stefan Lurz ist gespannt, wie sich seine Neuen auf internationalem Parkett schlagen. Denn: „Es ist total wichtig für mich, dass da welche nachkommen.“

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