Sommeranekdoten eines Freiwasserschwimmers

Die zweite Hälfte des Sommers verlief nicht ganz rund für Alexander Studzinski. Mehrmals schwamm er nur knapp am Podium vorbei. Sein neuer Blog über Foto-Finishs mit einer Hundertstel Sekunde Abstand, Holzmedaillen und eine erfolgreich bestandene Trainer B-Lizenz-Leistungssport.

| 26. August 2014 | AKTUELL

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Sommeranekdoten eines Freiwasserschwimmers

Der zweite Teil meines Sommers begann für mich bei den Deutschen Freiwassermeisterschaften nach Hamburg. Leider gab es keine 25-Kilometer-Entscheidung mehr, somit habe ich mit den zehn Kilometern vorlieb nehmen müssen.

Die Bedingungen in Hamburg waren super. Quasi Sommer, Sonne, Sonnenschein. Das Wasser war warm und es gab keine Wellen. Das Rennen ging dann am Sonntagmorgen um 11 Uhr los. Es begann für ein 10-Kilometer-Rennen wirklich gemütlich und wurde auch bis auf die letzte halbe Runde nicht wirklich schneller. Leider habe ich beim Anschlag knapp das Podest verpasst (um 0,25 Sekunden) und bin am Ende Fünfter geworden. Eigentlich ganz okay, nur eben ärgerlich.

Auf nach Wolgograd

An Entspannung in den nächsten Wochen war auch nicht zu denken, denn die Wettkämpfe folgten Schlag auf Schlag. Das nächste Wochenende, der nächste Wettkampf. Gleich nach Hamburg ging es dann wieder einmal nach Russland. Diesmal nach Wolgograd, wieder zum „Champions-Cup“. Es war die dritte und letzte Station der kleinen, neuen Wettkampfserie.

Dieses Mal bin ich allerdings nur für zwei Tage hingeflogen, mit einem Aufenthalt von nicht einmal zwölf Stunden in Wolgograd, inklusive des Wettkampfs. Leider war auch die Reise dorthin leicht umständlich, mit langen Umsteigezeiten in Moskau. So kam es, wie es kommen musste und der Wettkampf verlief sehr bescheiden. Ich war bereits nach etwa 200 Metern bedient und fertig mit mir und der Umwelt. Ich bin dann einfach nur noch irgendwelchen Füßen nachgeschwommen und habe am Ende einen enttäuschenden zehnten Platz belegt. Na gut, solche Tage gibt es nun mal. Einfach abhaken und weiter machen, denn es kommen ja noch viele Wettkämpfe in dieser Saison.

Bald auch am Beckenrand erfolgreich?

Am Wochenende nach Wolgograd habe ich erfolgreich meine B-Lizenz-Leistungssport bestanden! Nun kann ich auch neben der Schwimmerei am Beckenrand stehen und eventuell bald meine eigene Gruppe trainieren.

Aber jetzt ging es für mich erstmal im Wasser weiter und nicht als Trainer. Es folgte der 10-Kilometer-Weltcup im kanadischen Roberval. Das Rennen ging über 6 Runden à 1,66 Kilometer. Zum Glück war das Feld mit 24 Startern für einen Weltcup recht klein, was die Schlägerei um die Bojen herum schon deutlich minimierte. So richtig ging es dann auch erst in der sechsten und letzten Runde los. Ich konnte mich ganz gut im hinteren Teil des Packs halten und auf der letzten Gerade auf den sechsten Platz vorschwimmen. Leider habe ich es im Zielspurt nicht mehr geschafft, die beiden Schwimmer vor mir zu überholen und blieb somit auf dem sechsten Platz.

Im kanadischen Magog

Ein paar Tage später ging es dann zu meinem Lieblingswettkampf nach Magog, ebenfalls in Kanada. Am Donnerstag vor dem eigentlichen 34-Kilometer-Rennen stand ein „Sprint“ über zwei Kilometer auf dem Programm. Das ist immer eine ganz lustige Angelegenheit. Es ging über drei winzige Runden in einem kleinen Nebenfluss mit leichter Strömung.

Ich bin die gesamte Zeit vorn geschwommen, da ich dies meistens als letzte kleine intensive Trainingseinheit vor dem langen Rennen wahrnehme. Leider kam auf den letzten Metern ein Franzose neben mich und ich wurde im Foto-Finish mit einer Hundertstel Sekunde Abstand auf den zweiten Platz gesetzt.