Schwimmkurse für Jugendliche Flüchtlinge

In den vergangenen Wochen sind mehrere Flüchtlinge in deutschen Baggerseen ertrunken. Am Emmeringer Badesse, wo ein 23-Jähriger Mann aus Eritrea ertrank, wurden nun Warnschilder in sieben Sprachen am Ufer aufgestellt. In Weißenburg war ein 19 Jahre alter Asylbewerber ertrunken - hier erteilt die DLRG Flüchtlingen nun Schwimmunterricht.

| 23. Juli 2015 | AKTUELL

DLRG | DLRG gibt Schwimmkurse für Flüchtlinge

DLRG gibt Schwimmkurse für Flüchtlinge

Foto >DLRG Ortsverband Weißenburg

„Warnschilder – auch in verschiedenen Sprachen – sind sicherlich zunächst einmal richtig und wichtig. Die DLRG steht sehr deutlich für Aufklärung, und das heißt, die Kommune muss über die Gefahren einer Badestelle – ob offiziell oder geduldet – informieren und aufklären“, sagt Achim Wiese, Pressesprecher der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG).

Tödliche Gefahr

Asylbewerbern sind die Eigenschaften von Baggerseen mit ihren schnell abfallenden Aufschüttungen oft unbekannt und können eine tödliche Gefahr darstellen. Wiese macht aber auch darauf aufmerksam, dass die Kommune zudem dafür sorgen müsse, dass Badestellen entsprechend abgesichert und eventuelle Rettungsmittel vorhanden sein müssen.

Im bayerischen Wemding war Anfang Juni ein 19 Jahre alter Senegalese im Waldsee ertrunken. Die damals alarmierte DLRG Weißenburg konnte den Jugendlichen nicht mehr retten. Dieser Badeunfall ließ die Wasserretter aber aktiv werden. Inzwischen organisiert Daniel Mühlheims, Leiter Einsatz, zusammen mit seinen Kollegen Schwimmkurse für Flüchtlinge. „Bei uns auf der Wülzburg sind rund 20 Jugendliche Flüchtlinge ohne ihre Eltern. Sie sind hier zum Nichtstun verdammt und waren froh und dankbar, dass sie einen Schwimmkurs besuchen dürfen“, erzählt Mühlheims.

Training mit Händen und Füßen

Anfangs gab es durchaus Sprachprobleme beim Training, aber diese wurden mit Händen und Füßen oder durch einfaches Vor- und Nachmachen aus der Welt geschafft. „Das Projekt ist eine Bereicherung für alle. Wenn man sich besser kennt, kommt man natürlich auch ins Gespräch und erfährt viel über die Flucht der Jugendlichen. Wir verbinden jetzt persönliche Schicksale mit den Nachrichten, die wir im Fernsehen sehen“, sagt Mühlheims.

Doch es gebe auch Neider – Menschen, die sich bei der DLRG beschweren, dass Flüchtlinge kostenlose Schwimmkurse erhalten, man selbst für den Nachwuchs aber zahlen müsse. Doch Mühlheims und sein Team lässt sich von solchen Kommentaren nicht von seinem Projekt abbringen: „Bei uns lernen Flüchtlinge von engagierten Weißenburger Trainern richtiges und sicheres Schwimmen. Und vielleicht wird aus dem einen oder anderen später einmal selbst ein Rettungsschwimmer oder Trainer.“