Schwimmen plus Laufen plus Abenteur

2016 kommt ein Sport nach Deutschland, der in Skandinavien bereits seit Jahren boomt und auch weltweit immer mehr Anhänger findet: Swimrun.

| 12. April 2016 | AKTUELL

Swimrun | Impression vom Ötillö 2015.

Impression vom Ötillö 2015.

Foto >Ötillö (Nadja Odenhage)

Wer dabei an Duathlon oder "Triathlon ohne Radfahren" denkt, liegt falsch. Denn was vor rund zehn Jahren in Schweden aus einer Bierlaune heraus entstand, ist ziemlich abenteuerlich und ganz anders als die bekannten Ausdauersportarten.

Laufen, schwimmen, wieder laufen, wieder schwimmen, noch mehr laufen und noch mehr schwimmen – so könnte man den Ablauf eines Swimruns beschreiben. Wie Amphibien kämpfen sich die Athleten durch die Natur und kein Berg, Fluss oder See kann sie aufhalten. Da das nicht ganz ungefährlich ist, absolviert jeder Teilnehmer das Rennen zusammen mit einem Teampartner. Auf diese Weise hat man für den Notfall immer einen Helfer zur Seite und kann sich darüber hinaus noch gegenseitig motivieren.

Andre Hook | Im Training läuft Autor André Hook (links) mit seinem Partner Wolfgang Grohé schon mal im Neo durch den Park.

Im Training läuft Autor André Hook (links) mit seinem Partner Wolfgang Grohé schon mal im Neo durch den Park.

Foto >privat

Laufen im Neo – schwimmen mit Schuhen

Die Ausrüstung ist speziell. Es wird im Neoprenanzug geschwommen, aber auch gelaufen. Und Socken wie Schuhe bleiben nicht nur an Land, sondern eben auch im Wasser an. Bei Rennen, die bis zu 50 Wechsel vorsehen, würde man es sonst einfach nicht mehr vor dem Sonnenuntergang ins Ziel schaffen. Auch andere Hilfsmittel sind zugelassen und sorgen für Tempo. So darf mit Paddles und Pullbuoy geschwommen werden, und ein optionales Abschleppseil sorgt bei unterschiedlich starken Teampartnern für eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit. Bis auf Flossen ist fast alles erlaubt, was hilft, schneller macht und gefällt. Sportausrüster wir Camaro oder Orca haben Swimrun als Trendsport entdeckt und bringen speziell entwickeltes Equipment auf den Markt.

Gut trainiert ins Abenteuer

Und wie trainiert man für einen Swimrun? Keine Sorge – es bedarf keiner allmorgendlichen Ausflüge im Neoprenanzug. Ein getrenntes Lauf- und Schwimmtraining ist vollkommen ausreichend, darf aber von ambitionierten Athleten mit einem Wechseltraining kombiniert werden. Wer sich fragt, was das bringen soll, kann ja mal mit Paddles an den Händen versuchen, die Schwimmbrille auf- bzw. abzusetzen, und die benötigte Zeit mit 50 multiplizieren.

Swimrun-Tipps für Deutschland

Stellen Sie sich jetzt die Frage: "Ist das etwas für mich?" Die Antwort lautet: Unbedingt! Immer vorausgesetzt, man kann schwimmen, laufen und mag das Abenteuer und die Natur. Die Einzeldisziplinen und lassen sich schon bei einem normalen Swim & Run testen – das Wettkampfportal myFinish listet derzeit 39 dieser Sportevents in der ganzen Republik.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dem sei eine Teilnahme an einem Swimrun-Camp empfohlen. Für Hamburg und Berlin sind solche Veranstaltungen in Planung, in Bayern ist man mit dem Swimrun-Camp in Hof bereits einen Schritt weiter. Danach kann man sich dann an ein richtiges Swimrun-Rennen wagen. In Deutschland zum Beispiel am 10. Juli beim SwimRun Rheinsberg, am 8. Oktober beim Allgäu SwimRun oder am 23. Oktober beim ÖTILLÖ Swimrun 1000 Lakes in der Mecklenburger Seenplatte.