Manche sagen: „Ihr spinnt!“, die meisten sagen: „Alle Achtung!“

360 Kilometer ist der Neckar lang, in den nächsten zwei Wochen wollen Martin Tschepe und Volker Heyn Deutschlands zwölftgrößten Fluss durschwimmen. SWIM sprach mit Tschepe kurz bevor es los geht.

| 12. Juni 2015 | AKTUELL

Neckar | Martin Tschepe und Volker Heyn schwimmen im Neckar.

Martin Tschepe und Volker Heyn schwimmen im Neckar.

Foto >bahn09.de

Manche sagen: „Ihr spinnt!“, die meisten sagen: „Alle Achtung!“

Richtig geschwommen wird erst ab morgen, doch bereits heute Abend wird es ernst für Tschepe und Heyn. Der 50-jährige Redakteur, der gelegentlich auch für swim.de schreibt, und der sieben Jahre jüngere Architekt und Vorsitzende des SV Ludwigsburg 08 werden bei der Neckarquelle einen symbolischen Start hinlegen. Mehr als 50 Meter werden in dem kleinen Tümpel aber nicht drin sein, sagt Tschepe. Danach geht es in Tagesetappen von etwa 30 Kilometern bis zum Rhein.

Martin, ihr müsst die ersten 60 Kilometer mit dem Rad zurücklegen, weil der Neckar nicht tief genug ist. Ist danach die ganze Strecke schwimmbar?

Wir transportieren unsere Sachen in einem Beutel mit uns und irgendwo kann man sicher immer übernachten.

Martin Tschepe

Das wissen wir selbst nicht so genau. Wir sind zwar den Radweg abgefahren aber der verläuft zu 90 Prozent nicht direkt am Ufer. Ab Sulz sieht es aber so aus, als ob von hier schwimmen kann. Davor ist der Neckar nicht mehr als ein Rinnsal. Trotzdem werden wir Wassersandalen tragen, falls es zu flach wird.

Die Idee, den Neckar zu durchschwimmen, steckt seit langer Zeit in dir. Jetzt geht es endlich los. Überwiegt die Vorfreude oder habt ihr Bedenken?

Ab und zu fragt man sich schon, ob das alles etwas wird aber die Vorfreude steigt. Wobei Volker zuletzt längere Zeit in Spanien war und ich hoffe, dass er viel im Meer geschwommen ist. Er hat ohnehin weniger trainiert als ich.

Neckar | Rund 30 Kilometer haben sich die beiden Extremschwimmer pro Tag vorgenommen.

Rund 30 Kilometer haben sich die beiden Extremschwimmer pro Tag vorgenommen.

Foto >bahn09.de

Stichwort Training. Wie sah eure sportliche Vorbereitung aus?

Ich schwimme jeden Tag. Keine superlangen Strecken, nur etwa vier Kilometer. Zweimal habe ich mich letztes Jahr selbst getestet, bin Sylt abgeschwommen und einen See in Frankreich. Aber das war jeweils nur ein Tag und nicht zehn hintereinander. Volker ist wahrscheinlich noch nie mehr als 15 km geschwommen. Aber ein Marathonläufer läuft auch nicht die ganze Strecke im Training.

Auf welche Probleme stellt ihr euch ein?

Wir lassen eigentlich alles auf uns zu kommen und hoffen, dass wir an alles gedacht haben. Aber bestimmt haben wir das nicht. Wir transportieren unsere Sachen in einem Beutel mit uns und irgendwo kann man sicher immer übernachten. Im Idealfallspricht sich unsere Aktion herum und wir kommen privat unter. Dann sparen wir Geld für unser Schwimmprojekt für Menschen mit Behinderung.