Katinka Hosszu kann doch nicht alles

Die Ungarin Katinka Hosszu kann im Becken so ziemlich jede Strecke schwimmen und immer ist mit ihr zu rechnen. Doch jetzt wurden der 25-Jährigen bei einem 10-Kilometer-Rennen die Grenzen aufgezeigt.

| 24. Juni 2014 | AKTUELL

12_Euromeet_Luxemburg_2014 | Euromeet Luxemburg 2014

Euromeet Luxemburg 2014

Foto >Jo Stijnen / Marco Stacchiotti

Sie ist Welt- und Europameisterin, sahnte im Weltcup eine halbe Million Euro Preisgeld ab und entschied den diesjährigen US Grand Prix gegen Stars wie Missy Franklin für sich. Katinka Hosszu, die nimmersatte Vielstarterin, tritt an einem Wochenende schon mal über zehn oder mehr Rennen an – und schwimmt dabei trotzdem meistens um den Sieg.

"Für kurze Zeit war ich nicht in der Lage, an die Wasseroberfläche zu kommen"

Katinka Hosszu

Nicht so beim Europacup der Freiwasserschwimmer im heimischen Plattensee. Während andere Beckenstars wie Laszlo Cseh, Evelyn Verraszto und der legendäre Tamas Darnyi die 2.021-Meter-Jedermanndistanz in Angriff nahmen (Ungarn ist 2021 Gastgeber der Weltmeisterschaften), entschied sich Hosszu nach dem Motto "ganz oder gar nicht" für die Langstrecke.

Mit 22 Grad Wassertemperatur waren die Bedingungen eigentlich ideal für den Beckenprofi, dennoch hielt Hosszu nur knapp zwei Drittel der Distanz mit den Spezialistinnen mit. Ins Ziel kam sie nach 2 Stunden und 18 Minuten als Zehnte. Die für Polen startende Elmshornerin Natalie Charlos war sechs Minuten schneller und gewann das Rennen.

„In der sechsten Runde machte ich Bekanntschaft mit dem rauen Part des Open-Water-Schwimmens", wird Hosszu auf swimvortex.com zitiert. "Ich erhielt zwei heftige Schläge von hinten und wurde plötzlich unter Wasser gedrückt. Für kurze Zeit war ich nicht in der Lage, an die Wasseroberfläche zu kommen. Das halbe Feld schwamm in diesem Moment über mich hinweg." Danach war das Rennen für sie gelaufen. "Ich musste anhalten, die Brille absetzen und nach dem Weg suchen. Zum Glück winkten mir die Betreuer zu und zeigten mir, in welche Richtung ich schwimmen muss."

Zwar sagte Hosszu, selbst nach der langen Distanz noch Energie zu haben. Dennoch werde sie auch in Zukunft lieber im Pool bleiben. "Es gefällt mir besser, die schwarze Linie auf dem Beckenboden unter mir zu sehen und eine Leine zwischen mir und den anderen Schwimmern zu haben."