Heftige Strömung stoppt Bakircioglu kurz vor dem Ziel

Es sollte einfach nicht sein. Nicht heute, nicht an diesem Tag. Am späten Dienstagabend musste der Allgäuer Extremschwimmer Hamza Bakircioglu auch seinen zweiten Versuch, den Bodensee der Länge nach von Bodmann bis Bregenz zu durchqueren, abbrechen.

| 6. August 2014 | Aktuell

Hamza Bakircioglu | Hamza Bakircioglu

Hamza Bakircioglu

Foto > WoW-Art

Bei guten äußeren Bedingungen, nur leicht bewölktem Himmel und verhältnismäßig warmen 22 Grad Wassertemperatur, war Bakircioglu am Montag um 19.15 Uhr in Bodman gestartet – 27 Stunden später verkündete der Kapitän des Begleitboots den Abbruch des Unternehmens. Bis dahin hatte der 42 Jahre alte Schwimmer 60 der 64 Kilometer bis Bregenz hinter sich gebracht. Doch wegen einer starken Gegenströmung war Bakircioglu zuletzt stundenlang auf der Stelle geschwommen, zeitweise ging es aufgrund der Strömung sogar in die falsche Richtung.

Dass es ein harter Kampf mit den Elementen werden würde, hatte sich spätestens nach der druchschwommenen Nacht auf Dienstag bei Kilometer 30 angekündigt. Zwar zog ein Gewitter noch südlich am Bodensee vorbei, doch der Morgen begrüßte Bakircioglu und seine Crew wenig freundlich: Von Sonnenschein keine Spur mehr und dann zog auch noch Wind auf. Bei nun wechselhaftem Wetter kämpfte sich Bakircioglu dennoch vorwärts und passierte am Abend die 56-Kilometer-Marke. An dieser Stelle hatte er das Abenteuer im vergangenen Jahr wegen eines Unwetters abbrechen müssen.

Abbruch sorgt für Unverständnis

Diesmal kam das Aus zwei Stunden später. Mit großer Willensstärke und einigen lauten Flüchen hatte der eigentlich eher ruhige Bakircioglu noch den Kampf mit der heftigen Gegenströmung aufgenommen. Auch von der anbrechenden Dunkelheit wollte er sich nicht unterkriegen lassen. Das vom Bootsführer um 22.15 Uhr verkündete Aus sorgte denn auch für einiges Unverständnis bei den Begleitern an Bord, wie auf der Facebookseite der Bodenseequerung nachzulesen ist. „Wir haben schon härtere Rennen ins Ziel begleitet“, heißt es dort. Und weiter: Der Abbruch wenige Kilometer vor dem Ziel in Bregenz sei „nicht unbedingt notwendig“ gewesen, zumal die Wasserwacht Lindau „den Eindruck der nachlassenden Strömung und des Windes bestätigte“.

Viele Schwimm-Fans begleiteten Bakircioglus Abenteuer über das Internet. In Kommentaren lobten sie die Leistung des Athleten, einige schrieben, sie hätten Tränen in den Augen, weil es wieder nicht geklappt habe. Damit bleibt es bei bisher zwei Schwimmern, die den Bodensee nach den Reglement des Veranstalters Bodenseequerung erfolgreich der Länge nach durchquert haben. Im vergangenen Sommer war das kurz nacheinander Christof Wandratsch in 20 Stunden und 41 Minuten und Bruno Baumgartner in 24 Stunden und 20 Minuten gelungen.