Lange Arbeitstage liegen vor Ernst Bromeis: Im Mai wagt er es, den Rhein von den Alpen bis zur Nordsee zu durchschwimmen.

Andrea Badrutt Chur

Ernst Bromeis
Bilder 1/1
Open Water | 29. Dezember 2011

Das blaue Wunder  Ernst Bromeis will den Rhein durchschwimmen

Sonja Schleutker-Franke | Am 2. Mai 2012 fällt für den Extremschwimmer und Wasserbotschafter Ernst Bromeis aus der Schweiz der Startschuss für eine außergewöhnliche Aktion: Er wagt es, in vier Wochen den Rhein zu durchschwimmen. Komplett. 1.233 Kilometer. Es wird eine abenteuerliche Expedition, auf die er sich akribisch vorbereitet.
Ein bisschen verrückt muss man schon sein, um auf die Idee zu kommen, den kompletten Rhein – 1.233 Kilometer – zu durchschwimmen. „Der Einfall ist mir beim Lesen eines Bergsteigerbuchs gekommen. Es ist so naheliegend, und doch unglaublich, dass noch nie einer auf die Idee gekommen ist, von den Alpen zur Nordsee zu schwimmen“, erklärt der Schweizer Ernst Bromeis-Camichel seine Idee.

Auf den Mond schwimmen?

Und er wusste, dass es ein verrückter Gedanke ist: „Deshalb war meine Strategie, zu überlegen, was denn möglich wäre beziehungsweise, was einem die Leute zutrauen. Sonst hätte ich auch behaupten können, auf den Mond zu schwimmen. Aber man muss es eben auch beweisen.“ So kam es, dass er sich ein Projekt vor der eigenen Haustür suchte: Im Sommer 2008 durchschwamm der Extremsportler 200 Seen Graubündens, um auf die vielfältige Bedeutung und Schönheit des Wassers aufmerksam zu machen.
Zur Person
Ernst Bromeis-Camichel (43) ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von elf, acht und sechs Jahren. Er hat Turn- und Sportlehrer studiert und ist diplomierter Trainer Spitzensport von Swiss Olympic, Triathlon-Trainer, Sport- und Event-Manager und Redakteur bei Radio Rumantsch. Seit 2008 ist er mit der Firma „heja“ selbständig. 
Zwei Jahre später folgte dann das nationale Wasserprojekt „Das blaue Wunder – Schweiz 2010“. „Einen Monat lang habe ich in jedem Schweizer Kanton den größten See durchschwommen.“ Nach 300 Kilometer schwimmenderweise und 1.200 Kilometern auf dem Rad – für die Wege zwischen den Seen – wurde er in Luzern am Vierwaldstättersee begeistert empfangen. „Wir gehen immer noch davon aus, dass das Wasser bei uns in unendlichen Mengen vorhanden ist. Mit dem Schwimmen als künstlerischen Akt will ich beweisen, dass auch der Lac Léman, Bodensee oder Vierwaldstättersee zwar enorm groß und lang sind, aber dass auch der größte See und sein Wasser endlich sind.“

Schwimmen als Profession

Und nun also der Rhein. Bromeis ist es wichtig, dass seine Projekte seine Profession sind. „Das blaue Wunder – Rhein 2012“ wird prominent von Schweiz Tourismus unterstützt und begleitet. Er lebt davon und er ernährt von seiner Arbeit eine Familie. „Sicherlich werden meine Kinder mich auf meiner Tour durch den Rhein besuchen. Aber es wird nicht so sein, dass Papa ein bisschen schwimmt, wir dann alle zusammen in den Europapark gehen und Papa dann weiterschwimmt. Das Projekt verlangt volle Konzentration auf das Wesentliche – den Rhein.“
Der 43-Jährige bereitet sich „wie ein Radfahrer auf die Tour de France“ vor: „Ich habe einen Etappenplan – Start am 2. Mai, Ankunft am 31. Mai, durchschnittlich 50 Kilometer am Tag, zwischendrin drei Ruhetage. Die längste Etappe ist mehr als 70 Kilometer lang.“ Er weiß, dass es mental und energetisch eine große Herausforderung ist, über so viele Tage zu Schwimmen. „Aber aus meinen vorherigen Projekten weiß ich, dass ich es schaffen kann. Und mental wird der Rhein wahrscheinlich einfacher, weil ich immer das Ufer sehe und somit Abwechslung habe. Als ich durch die Schweizer Seen geschwommen bin, fühlte ich mich sehr oft allein.“

Termine finden

Swim Onlineshop