Einsatzgeräte der Wasserretter in Südfranken gestohlen

Sie opfern ihre Freizeit, um anderen im Notfall zu helfen. Doch die ehrenamtlichen Wasserretter in Südfranken sind frustriert: In der letzten Zeit sind immer wieder wichtige Einsatzgeräte mutwillig zerstört oder sogar gestohlen worden.

| 20. Juli 2015 | AKTUELL

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DLRG Wasserrettung

Foto >Sonja Schleutker-Franke / spomedis

In losen zeitlichen Abständen ereigneten sich nach Auskunft von Helmut Köhler, Vorsitzender der Kreiswasserwacht Südfranken, mehrere Vorfälle: „Am Igelsbachsee wurde die Abdeckung des Motorrettungsbootes mit dem Messer aufgeschnitten, Mülleimer darin ausgeleert und hinein uriniert. Am großen Rothsee wurde der komplette Außenbordmotor des Rettungsbootes mit ca. 180 Kilogramm Gewicht gestohlen“, erzählt Köhler.

500 Euro Sachschaden

Am großen Brombachsee versuchten Unbekannte, die Leinen eines DLRG-Bootes zu kappen, was nur aufgrund der Stahlseele verhindert wurde. Ebenfalls am Brombachsee wurde das Boot der Wasserwacht aufgebrochen, Funkhörer gestohlen und dabei ein Schaden von 500 Euro verursacht. „Und Anfang Juli wurden die Leinen des Feuerwehrbootes in Pleinfeld gekappt. Das Boot trieb auf dem See und musste wieder geborgen werden. Glücklicherweise war es witterungsbedingt ruhig, sodass kein Schaden entstand“, macht Köhler frustriert seinem Ärger Luft.

In allen Fällen sei Anzeige gegen unbekannt gestellt worden – ein Täter konnte nicht ermittelt werden. „Glücklicherweise konnten wir bisher durch eigene Umbesetzungen von Booten die entstandenen Reparaturzeiten überbrücken", sagt Köhler. Bei den Dingen, die neu angeschafft werden mussten, sei das bayerische Innenministerium schnell eingesprungen und habe die Kosten übernommen.

Ohne Bezahlung, ohne Dankeschön

In einem offenen Brief auf der Website des Bayerischen Roten Kreuzes berichtet Köhler, wie es ihm und seinen Kollegen derzeit geht: „Wir leisten Wachdienste dort wo Tausende Menschen Erholung suchen und dass alles ehrenamtlich. Also ohne Bezahlung und häufig auch ohne ein Dankeschön. Wir, das sind in diesem Fall die Kameradinnen und Kameraden der BRK-Wasserwacht, der DLRG und der Feuerwehren. Wir stellen die Wasserrettung sicher – ein Geschäft, das ohne entsprechendes Material nicht funktioniert. Spender, Sponsoren, auch das bayerische Innenministerium, sogar die Sammelbüchsen werden gebraucht, um diesen wichtigen Dienst durchführen zu können. Leider gibt es offensichtlich Menschen, die fremdes Eigentum nicht respektieren. Menschen die anscheinend Freude daran haben Rettungsboote zu bestehlen, zu zerstören oder zu beschädigen.“

In einem Schlussabsatz wendet sich Köhler an die Täter: „Nun zu Euch! Lasst die Finger von Rettungsgeräten. Hoffentlich seid es nicht mal ihr, die Hilfe brauchen, aber es ist nichts da, womit man helfen könnte. Es ist nicht cool zu zerstören, es ist cool zu bewahren!“