Dank neuer Sponsoren startet Bruno Dobelmann einen zweiten Versuch, den Bodensee in Längsrichtung zu durchqueren.

Tobias Giessen / wow-art.de

Will 2012 den Bodensee in Längsrichtung durchschwimmen: Bruno Dobelmann.
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Open Water | 15. Juni 2012

Zweiter Versuch Dobelmann startet zur Bodensee-Revanche

Sonja Schleutker-Franke | Drei Wochen nach seiner missglückten Bodensee-Längsquerung läuft Bruno Dobelmann wieder auf Hochtouren. Der Grund: Zwei Schweizer Sponsoren ermöglichen ihm einen zweiten Versuch seines Weltrekord-Projekts.
„Dank des Schweizer Jungunternehmers Philipp Poffet und der Universität Zürich kann die Revanche bereits Anfang Juli 2012 stattfinden, wenn die Wassertemperaturen hoffentlich noch nicht zu warm sind“, sagte Oliver Halder, Veranstalter der Bodenseequerung.

Abbruch nach der Hälfte der Strecke

Dobelmann hatte Ende Mai versucht, den Bodensee in seiner Länge von Bodman nach Bregenz zu durchschwimmen. Nach zwölf Stunden und etwa der Hälfte der 64 Kilometer langen Strecke musste er das Unterfangen abbrechen. Das durchschnittlich 13,4 Grad kalte Wasser hatte bei ihm starke Nierenschmerzen verursacht.

Heute zeigt sich Dobelmann erfreut, dass die monatelange Vorbereitung für die Längsquerung und das damit verbundene harte Training sowie die durch den Abbruch unbrauchbare medizinische Studie nicht einfach im Sande verlaufen und er eine weitere Chance bekommt.

Forschungsobjekt "Dobelmann"

Inzwischen liegen auch die Auswertungen der Temperatur-Sonden der Universität Zürich vor – Wissenschaftler hatten Dobelmann bei seinem Längsquerungsversuch begleitet. Die Sonden zeichneten die genaue Körperkerntemperatur von Dobelmann während des Schwimmens auf. Diese betrug über die gesamte Distanz von 27,7 Kilometer immer über 38 Grad. In der Spitze, etwa zwei Stunden nach dem Start, war die Temperatur mit 38,7 Grad auf dem Höchstpunkt. „Es scheint gerade so, als würde der Orca seine Temperatur hochfahren, um sich vor der Kälte zu schützen“, sagt Halder.

Nachdem Dobelmann das Wasser verlassen hatte, pendelte sich die Temperatur innerhalb einer guten Stunde wieder auf 37,3 Grad ein. Laut Halder ein Beweis dafür, dass während des gesamten Schwimmens zu keiner Zeit eine Unterkühlung vorgelegen habe.

Auch bei der Revanche wird der Extremschwimmer wieder für wissenschaftliche Studien zur Verfügung stellen. Fünf Forschungsgruppen rund um die Universität Zürich und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich beschäftigen sich mit Dobelmann und den Auswirkungen einer derartigen Belastung auf den menschlichen Organismus.

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