Bruno Dobelmann - auch sein zweiter Versuch, den Bodensee zu queren, scheiterte.

www.wow-art.de / Oliver Halder

Dobelmann im Bodensee
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Open Water | 11. Juli 2012

Bodenseelängsquerung Dobelmann bricht zweiten Versuch ab

Sonja Schleutker-Franke | Gestern Abend ist Bruno Dobelmanns zweiter Versuch der Bodenseelängsquerung gescheitert. Widrige Wetterbedingungen und ein technischer Totalausfall an Bord des Begleitboots frustrierten den Extremschwimmer so sehr, dass er mental nicht mehr in der Lage war, sein Weltrekordprojekt fortzusetzen.
Eigentlich schienen die Bedingungen am Dienstagmorgen wie geschaffen für Dobelmanns Bodenseelängsquerung: Das Wetter spielte mit und der Bodensee hatte eine Temperatur von etwa 18 Grad. Um 8.37 Uhr machte sich der Extremschwimmer auf seine 64 Kilometer lange Reise. Die erste Statusmeldung auf seiner Facebook-Fanseite klang dann auch sehr positiv: „Geschwommene Strecke (Luftlinie) bis jetzt ca. 5,6 km in 3:30 Std.“

Gewitter, Starkwind und Sturmböen

Doch dann überschlugen sich die Meldungen: Ein absolutes Funkloch erschwert die Navigation und zudem zog ein Gewitter über den See, das von einer Starkwindwarnung und Sturmböen begleitet wurde. Und dann fiel auch noch das Bordnetz aus – die Stromversorgung aller Geräte war unterbrochen.

„Gegenwind ist auch riesig! Also hier scheint irgendwo jemand am Drücker zu sitzen, der extrem was gegen mich hat“ ließ Dobelmann seine Fans via Facebook wissen. Kurz danach brach der Orca sein Weltrekordprojekt ab. „Körperlich hatte Bruno dieses Mal keine Probleme, aber mental hat es nicht funktioniert – es sind einfach zu viele Probleme aufgetreten“, erzählt sein Freund Andreas Kleesiek von der DLRG Ortsgruppe Augustdorf, mit dem Dobelmann am Tag nach der Aufgabe sprach.

"Der Orca ist gestorben"

Dobelmann sei niedergeschlagen und habe seinen Rückzug aus dem Langstreckenschwimmsport angekündigt. „Er hat zu mir gesagt: ‚Der Orca ist gestorben‘. Er möchte nicht mehr unter einem solchen Medienrummel schwimmen“, sagt Kleesiek, der ihn bei seiner ersten Bodenseelängsquerung auf dem Boot begleitet hatte.

Dobelmann hatte Ende Mai versucht, den Bodensee in seiner Länge von Bodman nach Bregenz zu durchschwimmen. Nach zwölf Stunden und etwa der Hälfte der 64 Kilometer langen Strecke musste er das Unterfangen abbrechen. Das durchschnittlich 13,4 Grad kalte Wasser hatte bei ihm starke Nierenschmerzen verursacht.
 
 

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