DLRG warnt vor Gefahren im Freiwasser

Mit den Temperaturen steigt in diesem Jahr auch wieder die Zahl der Badetoten an. In Bayern ertranken in den letzten Tagen drei Männer im Alter von 34, 49 und 60 Jahren. In Weingarten (Baden-Württemberg) haben Polizeitaucher jetzt die Leiche eines seit Freitag vermissten 28-Jährigen aus einem Baggersee geborgen. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) veröffentlichte deshalb Tipps zum Baden im Freiwasser.

| 11. Juni 2015 | AKTUELL

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DLRG Wasserrettung

Foto >Sonja Schleutker-Franke / spomedis

Sonne und warme Temperaturen werden in den nächsten Tagen wieder viele Menschen an heimische Badeseen, in Flüsse und an Nord- und Ostsee ziehen. „Sonnenschein hat viele positive Wirkungen auf den menschlichen Körper. Er erzeugt Wohlbefinden und sorgt für gute Stimmung. Zuviel davon kann aber ins Gegenteil umschlagen, Leichtsinn und Selbstüberschätzung können im Wasser fatale Folgen haben und lebensgefährlich sein“, sagt DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje.

Erst abkühlen, dann ins Wasser

Die DLRG rät allen Wasserratten bei hohen Temperaturen einen kühlen Kopf zu bewahren. Nach einem Sonnenbad heiße die Devise, erst abkühlen und dann langsam ins Wasser gehen, denn die Wassertemperaturen der Nord- und Ostsee liegen beispielsweise nur bei 14 bis 16 Grad. Eine der wichtigsten Baderegeln gilt auch jetzt: Auf keinen Fall mit einem sportlichen Kopfsprung in ein unbekanntes Gewässer springen.

Die Wassertemperaturen der Binnenseen sind mit 19 bis 20 Grad zwar wärmer, dennoch ist bei heißem Wetter der Temperaturunterschied groß. „Baggerseen sind in der Regel sehr tief und nur die oberen Schichten sind erwärmt. Tiefer liegende Wasserschichten sind deutlich kühler“, erklärt Hatje. Folge: Der Schwimmer kühlt aus, er verliert Energie, die Leistung sinkt, Krämpfe drohen. Wer zu frieren beginnt, der sollte das Wasser sofort verlassen.

Besonders gefährdet: Über 50-Jährige

Menschen jenseits der 50 sind besonders häufig vom Ertrinken bedroht. 188 Personen, 48 Prozent aller Opfer im vergangenen Jahr, waren älter als 50 Jahre. Ein vorgeschädigtes Herz-Kreislauf-System kann in Verbindung mit einer Überbelastung beim Schwimmen zu lebensbedrohlichen Situationen führen. „Diese Menschen sollten Überanstrengungen vermeiden und nicht allein weit hinausschwimmen. Ein langes Sonnenbad belastet den Kreislauf zusätzlich. Untrainierten älteren Menschen, die sich im Urlaub sportlich betätigen wollen, empfehlen wir vorsorglich einen Gesundheitscheck“, sagt Hatje.

Die jüngsten Wasserratten sollten Eltern in der Nähe einer Badestelle nie aus dem Blick lassen. Außerdem sollten Kleinkinder im Strandbad oder am Badesee besonders vor der Sonne geschützt werden und sich am besten im Schatten aufhalten. „Mit Sonnenschirm und Mütze sowie leichter Bekleidung mit Schutz der Arme und Beine gegen Sonnenbrand und zusätzlichem Eincremen sind die Jüngsten gut geschützt“, sagt Hatje.

Im Notfall: 112 wählen

Die Rettungsschwimmer raten generell allen Badegästen, sich nicht lange ungeschützt der Sonne auszusetzen, sich nicht zu überanstrengen sowie regelmäßig und in ausreichenden Mengen nicht-alkoholische Getränke zu trinken. Sollten Unwohlsein, Übelkeit, Schwindelgefühl oder erhöhter Körpertemperatur auftreten, wenden Sie sich sofort an die Rettungsschwimmer in einer DLRG-Wachstation. An unbewachten Badestellen rufen Sie immer die Notrufnummer 112 an.