Diana Nyad bricht Rekordversuch ab

Nach rund 40 Stunden gab sie auf. Bereits zum dritten Mal scheiterte die amerikanische Extremsportlerin Diana Nyad an dem Versuch, die 166 Kilometer von Kuba nach Florida zu schwimmen. Der Grund für das Aus: zwei Quallenstiche.

| 27. September 2011 | AKTUELL

Key Largo Sunset | Den Sonnenuntergang auf den Florida Keys konnte Diana Nyad nicht genießen. Sie schaffte nur die Hälfte der 166 Kilometer von Kuba bis nach Key West.

Den Sonnenuntergang auf den Florida Keys konnte Diana Nyad nicht genießen. Sie schaffte nur die Hälfte der 166 Kilometer von Kuba bis nach Key West.

Foto >Bob Krist / Florida Keays News Bureau

"Nach mehr als 40 Stunden und zwei Quallenstichen hat Diana um 11.00 Uhr (18.00 Uhr MESZ) das Schwimmen beendet", hieß es auf der Twitter-Seite der US-Schwimmerin Diana Nyad. Eine kurze Mitteilung – aber eine große Enttäuschung für die 62-Jährige. Bereits zum dritten Mal scheiterte sie an dem Versuch, ihren eigenen Rekord im Langstreckenschwimmen ohne Neoprenanzug zu brechen.

Vor 32 Jahren erkämpfte sich die Extremsportlerin den bis heute gültigen Rekord: 1979 schwamm sie die rund 165 Kilometer von Bimini auf den Bahamas bis nach Florida – und galt als eine der besten Langstreckenschwimmerinnen der Welt.

Asthmaanfälle und Schulterschmerzen

Doch der Gedanke, auch Kuba und Florida "schwimmend zu verbinden", wie sie das Projekt beschreibt, ließ Diana Nyad nie in Ruhe. "Ich möchte anderen 61-Jährigen beweisen, dass es nie zu spät ist, seine Träume zu verfolgen", sagte sie auf einer Pressekonferenz vor ihrem zweiten Versuch Anfang August. Doch sie scheiterte an bis zu zehn Knoten Wind, starker Strömung, Asthmaanfällen und Schulterschmerzen.

Zurück nach nur zwei Monaten

Knapp zwei Monate später sah sich Diana Nyad nun mit anderen Problemen konfrontiert. Nachdem sie zweimal mit Quallen in Berührung gekommen war, musste sie auch ihren dritten Versuch abbrechen. Zu diesem Zeitpunkt, nach 37 Stunden und trotz Verbrennungen und tückischer Strömungen, hatte sie bereits gut die Hälfte der 166 Kilometer langen Strecke bewältigt.

"Das Ärzteteam hat gesagt, dass ich nicht noch zwei weitere Nächte im Wasser sein dürfe", zitierte die kubanische Website "Cubadebate.cu" die Schwimmerin aus New York. "wegen des in meinem Körper angesammelten Gifts können die Verbrennungen langfristig Folgen haben." Sogar eine tödliche Vergiftung sei möglich, so die Mediziner.

Die 62-Jährige sei enttäuscht, sagte ihre Sprecherin Vanessa Linsley, "Man kann Mutter Natur einfach nicht kontrollieren." Trotzdem wolle Diana Nyad ihr Ziel, von Kuba zu den Florida Keys zu schwimmen, weiter verfolgen.

Den Haien ausgeliefert

Ihren ersten Versuch wagte die Extremschwimmerin bereits 1978, im Alter von 28 Jahren. Damals scheiterte sie, geschützt durch einen Haikäfig aus Stahl, bei stürmischen Bedingungen nach 42 Stunden an Erschöpfung und Gewichtsverlust.

Auf den Haikäfig hat Diana Nyad bei ihren beiden Versuchen in diesem Jahr verzichtet – und sei dieses Mal einem der Meeresbewohner gefährlich nahe gekommen, berichtete ihre Sprecherin.