Der Ammersee, ein Hammer-See

Schwimmen im Ammersee ist grandios. Das Wasser schmeckt - und ist schon ordentlich warm. Oh, wie schön ist Bayern. Unser Autor will 2016 ein paar der größten Seen in Deutschland queren. Nummer zwei.

| 8. Juni 2016 | AKTUELL

Ammersee | Martin Tschepe schwimmt im Ammersee.

Martin Tschepe schwimmt im Ammersee.

Foto >Michael Schmidt

Der Ammersee, ein Hammer-See

Ah, da kommen die Taucher. Sagt einer der wenigen Ausflügler, die an diesem trüben Sonntagnachmittag Anfang Juni am Südufer des Ammersees südwestlich von München spazieren gehen. Falsch. Keine Taucher. Wir sind Schwimmer. Mein Kumpel und Kollege Michael Schmidt, der seit zwei Jahren in München lebt, hat mich in Pasing am Bahnhof abgeholt und direkt nach Aidenried am südlichen Seeufer kutschiert. Er wird nicht mitschwimmen, nur ein bisschen planschen und Fotos machen.

Ammersee | Der schwimmende Autor ist stets mit Signalboje unterwegs.

Der schwimmende Autor ist stets mit Signalboje unterwegs.

Foto >Martin Tschepe

Ich will den ganzen Ammersee schwimmen - rund 20 Kilometer weit. Spontan fiel der Entschluss: auf zwei Etappen. Der Sonntag hatte ungemütlich begonnen, grau und mit strömendem Regen. Doch dann lacht auf einmal die Sonne vom Himmel. Also los: hinein ins Vergnügen. Und geschätzt knapp sieben Kilometer kraulen - immer gen Norden, bis nach Herrsching. Wo ich am nächsten Tag die nördliche Seeetappe in Angriff nehmen werde.

Angler ist froh, als ich weiterkraule

Das Wasser im Ammersee ist grandios. Schon ziemlich warm, geschätzt 17 oder 18 Grad. Es schmeckt gut. Wasser ist zum … - nein, nicht (nur) zum Waschen da. Wasser ist zum Schwimmen da. Speziell Seewasser. Micha sagt: Schwimm immer in Richtung des einen großen Baums am Ostufer. Dann nach rechts und du siehst schon Herrsching. Ab geht's. Das Schwimmen nach der Zug- und der Autofahrt tut gut.

Der See schimmert im Sonnenschein. Glitzert mitunter fast wie Gold. Kaum ein Mensch ist zu sehen. Nicht auf dem Wasser, schon gar nicht im Wasser und auch nicht am Ufer. Erst nach gut einer Stunde das erste sehr kurze Gespräch, mit einem Angler, der rücklings auf einem Minischlauchboot fläzt und seine Fischerroute in den See hält. Was er denn angele? Die Frage beantwortet er mit nur einem Wort: Barsche - und mit einer winkenden Bewegung. Er ist ganz offenkundig froh, als ich weiterkraule und ihn mit seinen Fischen wieder allein lasse.