Schnee am Beckenrand und kaltes Wasser halten Bruno Dobelmann nicht vom Training im Oskar-Frech-Seebad in Schorndorf ab.

Mario Raster / privat

Schnee am Beckenrand und zwei Grad kaltes Wasser halten Bruno Dobelmann nicht vom Training ab.
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Open Water | 7. Dezember 2012

Neue Projekte Bruno Dobelmann und der eiskalte Bodensee

Sonja Schleutker-Franke | Er kann es nicht lassen: Bruno Dobelmann möchte noch einmal versuchen, den Bodensee zu bezwingen. Dieses Mal aber nicht als Weltrekordversuch, indem er den Bodensee (64 Kilometer) längs durchquert. Nein, der 53-Jährige möchte den Bodensee mitten im Winter in der Breite queren.
„Ich habe vor, den Bodensee im Januar oder Februar bei Wassertemperaturen um die 5 Grad in der Breite zu queren. Die Strecke von Romanshorn nach Friedrichshafen ist etwa zwölf Kilometer lag“ erzählt Dobelmann. Zurzeit sei er noch auf der Suche nach einem Begleitboot, da die Bootsvermieter alle geschlossen hätten.

Kaltwassertraining für die Uniklinik

Außerdem plant der Extremschwimmer aus Stuttgart ein Schwimmen im Zürichsee im Frühjahr 2013: „Dafür werde ich von der Uniklinik Zürich betreut, die die Ergebnisse aus meinem Kaltwassertraining für eine medizinische Studie verwendet.“ Denn um für den eiskalten Bodensee gewappnet zu sein, trainiert Dobelmann seit Herbst zwei- bis dreimal pro Woche im Oskar-Frech-Seebad in Schorndorf.

„In dem 100 Meter langen Außenbecken, das mit Quellwasser gespeist wird, absolviere ich meine Trainingseinheiten. Ich trage nur eine Badehose und eine Neoprenkappe am Kopf“, erzählt er. Während des Schwimmens habe er einen Temperatursensor in seinem Körper, der einmal pro Minute seine Körperkerntemperatur aufzeichne. „Das ist für mich sehr interessant zu sehen, wie mein Körper auf diese extreme Kälte reagiert.“

Zweimal am Bodensee gescheitert

Zweimal hatte Dobelmann in diesem Jahr versucht, den Bodensee längs zu queren. Doch beide Versuche scheiterten. Im Mai musste er nach der Hälfte der Strecke wegen Nierenschmerzen aufgeben, im Juli waren mentale Probleme der Grund für einen Abbruch der Aktion. Frustriert hatte er daraufhin seinen Rückzug vom Langstreckenschwimmen bekanntgegeben. Doch kurze Zeit später fand man auf seiner Facebook-Fanseite folgenden Eintrag: „Habe mich nach reiflicher Überlegung entschlossen, die Badehose doch nicht an den Nagel zu hängen. Schwimmen ist eben doch meine Lieblingssportart.“


Heute scheint er das zweimalige Scheitern verdaut zu haben und gewinnt ihm sogar noch etwas Positives ab: „Ich habe auf jeden Fall sehr viel dazu gelernt, was geht und was nicht.“ Sobald der "Orca" wieder etwas Geld gespart habe, „werde spätestens 2014 wieder eine Längsquerung angehen“, sagt Dobelmann.

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