Bruno Baumgartner im "World Wide Water".

Frank Wechsel / spomedis

Bruno Baumgartner im "World Wide Water".
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Open Water | 11. November 2011

Brunos Blog Bruno Baumgartner und das "World Wide Water"

Bruno Baumgartner | Bruno Baumgartner wird im September 2012 einen zweiten Versuch wagen, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Schon jetzt trainiert der 42-jährige Hobbyschwimmer täglich für dieses Abenteuer – und hat einiges über seine Lieblingsumgebung, das "World Wide Water", herausgefunden.
Liebe swim.de-Freunde,
wir alle nutzen es, um unseren Sport ausüben zu können. Doch was wissen wir eigentlich wirklich über das Element Wasser, außer dass es sich zum Verdünnen und Kühlen gewisser alkoholischer Getränke sehr gut eignet oder dass es in Closomaten auch von unten nach oben fließen kann?

Ich habe mir einmal die Zeit genommen, um einige erstaunliche Fakten über Wasser in all seinen Aggregatszuständen zusammenzutragen. Einiges davon werdet Ihr sicher schon kennen, aber anderes vielleicht auch nicht. Die Quellen wurden von mir nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und Ihr könnt die Fakten gerne selber nachlesen. Jegliche Gemeinsamkeit mit ehemaligen Verteidigungsministern weise ich so lange entsetzt von mir, bis mich „GuttenPlag“ erwischt. :-) Ich hoffe, dass ich keinem Fake auf den Leim gegangen bin. Also viel Spaß beim „Abenteuer Wasser“!

Warum riecht es im Schwimmbad nach Chlor?

Das wurde von mir schon öfters erwähnt, doch vermutlich wissen es längst noch nicht alle. Die Erklärung ist ebenso simpel wie überraschend: „Das tut es nicht!“

In Schwimmbädern wird das Wasser mit Chlor versetzt, um es zu desinfizieren. Wenn sich Chlor mit Wasser vermischt, verbindet es sich mit bereits im Wasser befindlichen Bakterien und anderen organischen Stoffen. So macht es  Bakterien unschädlich und tötet vorhandene Krankheitserreger ab. Schüttet man Chlor ins Wasser, so erhält man eine praktisch geruchsfreie Substanz.

Aber woher kommt dann der Geruch? Harnstoffe und andere Verunreinigungen werden im chlorierten Badewasser zu Chloraminen und Trihalogenmethanen umgewandelt. Erst die Chloramine erzeugen den bisweilen starken "Chlorgeruch" in meist überfüllten Bädern. Augen und Schleimhäute können durch sie stark gereizt werden. Nun es gibt Dinge über unser Lieblingselement, die wir vielleicht lieber nicht wissen möchten!

Warmes Wasser löscht Feuer besser als kaltes!

Feuer wird dadurch gelöscht, dass sich Wasserdampf um das brennende Material legt und ihm so die Sauerstoffzufuhr abschneidet. Und weil sich warmes Wasser bereits näher am Verdampfungszeitpunkt befindet, löscht es besser und schneller. Die modernen Löschgeräte der Feuerwehr bauen gänzlich auf diesen Dampfeffekt und blasen erwärmtes und zerstäubtes Wasser mit hohem Druck auf den Brandherd.

Was ist virtuelles Wasser?

Umgerechnet verbraucht jeder Deutsche Bürger pro Tag 5.288 Liter Wasser! Das entspricht in etwa der Menge von 25 Badewannenfüllungen. Der Größte Teil davon wird jedoch für die Produktion von Industriegütern und Lebensmitteln verwendet. Der direkte Verbrauch liegt dagegen bei circa 124 Litern pro Tag.

Der Begriff „virtuelles Wasser“ geht auf den britischen Wissenschaftler John Anthony Allan zurück. Er bezeichnete damit die Wassermenge, die während der gesamten Herstellungskette eines bestimmten Produkts verbraucht, verdunstet oder auch verschmutzt wird. So sind zum Beispiel für die Herstellung eines Kilograms Käse rund 5.000 Liter Wasser notwendig. Für die Herstellung eines Mittelklassewagens sogar über 400.000 Liter.

Warum hilft Salz gegen gefrorene Straßen?

Das so genannte Auftausalz, auch Streusalz genannt, besteht mindestens zu 94 bis 98 Prozent aus herkömmlichem Kochsalz. Es wird als Streu zum Schmelzen von Schnee und Eis auf Straßen und Gehwegen verwendet. Auch bei niedrigsten Temperaturen ist auf dem Eis immer ein gewisser Wasserfilm vorhanden. Das Salz löst sich in dem noch vorhandenen Wasser auf. Die so entstandene Salzlösung hat einen niedrigeren Gefrierpunkt als die reine Flüssigkeit. Dies unterbricht die Bildung einer kristallinen Struktur und verhindert vor allem das weitere Einfrieren.

Da an den Grenzflächen von Eis zu Salzlösung immer etwas Eis schmilzt, vermischt sich auch dieses Schmelzwasser mit der Salzlösung und kann nicht wieder gefrieren. Auf diese Weise löst sich schließlich die gesamte Eisschicht komplett auf. Leider gelangt das Salz mit dem Schmelzwasser auch in den Boden und führt so zu Schädigungen. Es kann zu Verschlämmung und Verdichtung des Erdreiches kommen und Pflanzen erleiden zum Teil irreversible Schäden und sterben ab. Daher wird in vielen Gemeinden nur noch sehr eingeschränkt mit Salz gearbeitet.

Verändern Wasserreserven die Erdrotation?

So unfassbar das auch klingen mag, aber es ist tatsächlich wahr: Die künstlich aufgestauten Wasserreservoirs auf der Erde enthalten über 10.000 Kubikkilometer Wasser! Weil sich das meiste davon in Sammelbecken auf der dicht bevölkerten Nordhalbkugel befindet, wirkt sich das zusätzliche Gewicht bereits auf die Drehung der Erde um ihre Achse aus. Ihre Geschwindigkeit hat leicht zugenommen. Als Konsequenz davon musste der Tag in den letzten 40 Jahren um den 8 Millionsten Teil einer Sekunde verkürzt werden.

Hat Wasser ein Gedächtnis?

Vor noch nicht allzu langer Zeit wurden Menschen, die diese Frage aufwarfen, als Scharlatane oder Esoteriker bezeichnet. Doch langsam beginnt auch die moderne Wissenschaft das Wunder „Wasser“ zu erforschen.
Dabei geht es zum Beispiel darum, dass Wasser mit bestimmten Klangfrequenzen beschallt, seine Struktur verändert und Pflanzen schneller wachsen lässt. Was auf den ersten Blick wie blanker Unsinn klingen mag, wird aber mehr und mehr in wissenschaftlich fundierten Untersuchungen belegt. Wasser scheint in der Tat Informationen zu speichern und verändert dadurch seine Eigenschaften.

Auf exakt jener Ebene scheint auch das viel diskutierte „Granderwasser“ zu funktionieren, das jeden wissenschaftlichen Gedanken „ad absurdum“ führt. In der Aufbereitungsanlage fließt reines Leitungswasser neben sogenanntem, mit Informationen angereichertem Granderwasser her. Dabei übernimmt es (dem Hersteller zufolge) die Informationen des bereits angereicherten Wassers und somit auch seine positiven Eigenschaften.

Von seriösen Wissenschaftlern wird dieser Effekt nicht nur bezweifelt, sondern als vollkommener Humbug abgetan. Hilfreich ist dabei wohl kaum, dass Johann Grander Senior selbst behauptet, Jesus hätte ihn persönlich in das Geheimnis eingeweiht. Trotzdem setzen über 200.000 Kunden weltweit das Gerät ein. Die Industrie pfeift dabei ausnahmsweise auf eine Beweisbarkeit, denn es treten nachweislich weniger Rohrbrüche durch Korrosion auf, und die Verschlackung wird ebenfalls messbar weniger.

Auch Bäcker weltweit schwören auf das Gerät, weil sie mit Granderwasser angeblich viel weniger Hefe benötigen würden und der Teig mehr Wasser aufnehmen könne. Auf viele Zusatzstoffe könne so verzichtet werden. So entstehe besseres und länger haltbareres Brot.

Hier scheiden sich die Geister und die Wissenschaft gibt unumwunden zu, dass man mit der Erforschung des Wassers und seinem Gedächtnis noch ganz am Anfang stehe.

Alle Interessierten finden am Ende meines Beitrages einen Youtube Link, unter dem man sich die 3Sat-Dokumentation „Wunder des Wassers“ ansehen kann. Denn hier bildet sich am besten jeder selbst seine Meinung. Für einige „Schwimmer“ wäre es sicher übel, wenn sich das Wasser merken würde, wie übel sie darauf einprügeln. :-)

Kann Salzwasser brennen?

Ja es kann! Der amerikanische Fernsehtechniker John Kanzius suchte einen Weg, Krebszellen im menschlichen Körper zu bekämpfen. Er hatte die Idee, Nanopartikel aus Gold in den menschlichen Körper zu impfen, die sich in den bösartigen Krebszellen ablagern. Anschließend wollte er den Menschen mit Radiowellen bestrahlen, was die Goldpartikel erhitzen und so nur die Krebszellen verbrennen sollte.

Als er in einem Versuch dabei Salzwasser mit Radiowellen bestrahlte, begann dieses zu brennen. Die Radiowellen spalten das Salzwasser in Sauerstoff und Wasserstoff und machen es so brennbar. Dass diese Art der Verbrennung die Energie- und Umweltprobleme der Welt lösen würde, ist hinlänglich bekannt. Bei der Verbrennung von Wasserstoff entstehen nämlich keinerlei Abgase, sondern nur reiner Wasserdampf. Wasserstoffmotoren machen aber bis heute wenig Sinn, weil beim Aufspalten von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff durch konventionelle Methoden mehr Energie verbraucht wird, als anschließend durch die Verbrennung zur Verfügung steht.

John Kanzius Entdeckung würde aber nun exakt dieses physikalische Gesetz außer Kraft setzen und so ein Perpetuum Mobile ermöglichen. Der 2009 im Alter von nur 64 Jahren verstorbene Erfinder könnte also eines Tages als Heiler von Krebs und als Löser aller Energieprobleme einen der obersten Plätze in den Geschichtsbüchern einnehmen.

Haben wir genug Wasser?

71 Prozent der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt. Davon sind jedoch 97,5 Prozemt Salz- und nur 2,5 Prozent Süßwasser. Von diesem Süßwasser sind wiederum 2 Prozent in Gletschern und Eisschichten der Polarregionen gebunden. Übrig bleiben also lediglich 0,5 Prozent Süßwasser in flüssiger Form.

Das Problem dabei ist jedoch auch weniger die Menge, als die regionale Verfügbarkeit und die Verschmutzung dieses nutzbaren Wassers.  Experten sind sich bereits heute einig, dass die Kriege der Zukunft nicht um Öl, sondern um Wasser geführt werden könnten. Dies prophezeit auch der ehemalige UN-Generalsekretär Boutros Gali. Was damit gemeint ist, lässt sich schnell erklären.

Israel kontrolliert zum Beispiel 83 Prozent des Wassers der West Bank und verbraucht davon selber 80 Prozent. Der verschwindend kleine Rest steht schließlich noch der arabischen Bevölkerung zur Verfügung. In Israel spricht man ungerne über dieses Thema. Auch die Türkei verfolgt zurzeit ein gewaltiges Wasserbauprojekt, das den beiden Staaten Irak und Syrien Wasser abgräbt. Was, wenn sich diese beiden Länder zur Wehr setzen?

Wasser fließt bekanntlich zum Meer, aber auf seinem Weg dorthin wird es gestaut, umgeleitet, verbraucht und verschmutzt, obwohl es ein Allgemeingut der Menschheit ist. Wer also künftig an strategisch ungünstiger Stelle das Licht der Welt erblickt, der wird vom Schwimmen nur träumen können. Nach Prognosen der UNO erreichen wir im Jahr 2050 eine Bevölkerungszahl von 9,2 Milliarden Menschen. Es bleibt zu hoffen, dass wir bis dahin einen schonenden Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser gefunden haben.

Ich treffe Euch demnächst wieder im WWW – dem World Wide Water!

Euer Bruno
"Wunder des Wassers"

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