Blaue Flecken und Rekordzeiten im Inn

Heftige Regenschauer hatten den Inn noch einmal mächtig anschwellen lassen. Die zusätzliche Strömung ermöglichte Rekordzeiten bei den 6. Internationalen Deutschen Meisterschaften im Wildwasserschwimmen.

| 11. September 2013 | AKTUELL

Wildwasserschwimmen3 | Wildwasserschwimmen in Roppen/Tirol

Wildwasserschwimmen in Roppen/Tirol

Foto >Oliver Halder / WoW-Art

Dass Wildwasserschwimmer ihre eigene Definition von perfekten Bedingungen haben, verdeutlicht eine Pressemitteilung des Veranstalters: „Die Bedingungen waren sensationell und das Wetter trug seinen Teil ebenfalls zu einer perfekten Veranstaltung bei. Noch am Vorabend sorgte ein verheerender Wolkenbruch dafür, dass der Inn am Morgen des Wettkampftages seine volle Gewalt ins Spiel bringen konnte.“

Wem im Pool die Herausforderung fehlt, sucht das schwimmerische Abenteuer außerhalb der engen Grenzen des Schwimmbeckens. Draußen, in der Natur, haben sich zahlreiche Disziplinen mehr oder weniger etabliert – den zahlreichen Stellschrauben des Freiwasserschwimmens sei Dank.  Die Schnellsten treten im ruhigen See gegeneinander an. Distanzschwimmer durchqueren den Bodensee oder schwimmen im Alleingang 170 Kilometer von Kuba nach Florida. Und wer Kälte als Herausforderung begreift, versucht sich im Eisschwimmen, zum Beispiel in Schweden.

Eine bisher nur Insidern bekannte Spielart des Freiwasserschwimmens ist das Wildwasserschwimmen, obwohl der Deutsche Schwimm-Verband am vergangenen Wochenende in Roppen/Tirol bereits zum sechsten Mal seine Internationalen Deutschen Meister kürte. Bei dieser aus dem Rafting hervorgegangenen Sportart bewältigen die Athleten eine Zwei-Kilometer-Distanz durch einen tosenden Gebirgsfluss.

Helm und Weste sind Pflicht

Gestartet wird am Ufer mit einem kurzen Lauf über steinigen Untergrund. Anschließend versuchen die Sportler die Strömung des Flusses zu nutzen, um Stromschnellen und andere Hindernisse schnellstmöglich zu überwinden. Helm, Neoprenanzug und Rettungsweste sind beim Wildwasserschwimmen Pflicht, genauso wie die Teilnahme an einer Sicherheitseinweisung. Nach Veranstalterangaben waren trotz der besonders starken Strömung des Inns „nur einige blaue Flecke und leichte Schürfwunden“ zu beklagen.

Wildwasserschwimmen8 | Zum dritten Mal Deutscher Meister: Daniel Schwarz.

Zum dritten Mal Deutscher Meister: Daniel Schwarz.

Foto >Oliver Halder / WoW-Art

Für die sogenannte Bodydrafting-Challenge 2013 hatten 77 Athleten gemeldet. In Vorlauf, Halbfinale und Endlauf galt es jeweils die identische Zwei-Kilometer-Strecke zu schwimmen. Den Titel sicherte sich bei den Männern zum dritten Mal in Folge der Bad Saulgauer Daniel Schwarz. Bei seinem schnellsten Durchgang benötigte er 7:51 Minuten, was einem Tempo von 14,09 km/h entspricht. Zweiter wurde Felix Deichsel aus Kulmbach vor dem Sindelfinger Mark Müller. Bei den Frauen holte Arlette Stockburger Gold vor der Österreicherin Birgit Koschischek und Alena Kröhler aus Mainz. In der Nachwuchswertung (14 bis 17 Jahre) siegten die beiden Lindauer Luisa Aigner und Alexander Kickl.

Eindrücke von der DM der Wildwasserschwimmer: