Nach zwei gescheiterten Ärmelkanal-Querungen, möchte Bruno Baumgartner nun den Bodensee in der Länge queren.

Gérard Nguyen

Bruno Baumgartner Neuenburgersee
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Open Water | 9. Januar 2013

Längsquerung Baumgartner nimmt es mit dem Bodensee auf

Sonja Schleutker-Franke | Zweimal scheiterte Bruno Baumgartner am Ärmelkanal, doch für 2013 hat sich der Schweizer ein neues Projekt gesucht: Die Bodenseelängsquerung. 64 Kilometer lang ist die Strecke – im vergangenen Jahr versuchten Extremschwimmer Bruno Dobelmann und der Student Maximilian Melyarki vergeblich, den Bodensee in der Länge zu queren.
„Ich werde recht stark auf den Ärmelkanal reduziert. Dabei habe ich mich im Verlauf der Vorbereitung für den Ärmelkanal zum Langstreckenschwimmer entwickelt und bin diesem Sport völlig verfallen“, sagte Baumgartner auf swim-Anfrage. Den Ärmelkanal habe er erst mal auf Eis gelegt, es werde sicher noch einen Versuch geben, aber das könne auch erst in fünf Jahren sein. „Doch ich bin nicht nur ein Ärmelkanalschwimmer, beziehungsweise einer, der versucht, den Ärmelkanal zu schwimmen.“

Fehmarnbelt mit Streckenrekord

So schaffte der Schweizer beim 12-Stunden-Schwimmen 2010 in Zürich eine Strecke von 35 Kilometern nach nur einem Jahr Training. Es folgten die Durchquerung der Straße von Gibraltar und der Zürichseemarathon 2011. Bisheriges Highlight seiner Schwimmerkarriere war aber sicherlich Ende August 2012 die erfolgreiche Fehmarnbelt-Querung mit neuem Streckenrekord.
„Aber immer und immer wieder stellt man mir nur die Frage nach dem Ärmelkanal. Man ist geneigt, in solchen Situationen ein Ziel zu wählen, das absolut erreichbar ist“, erklärt er. Es gehe dabei darum, das Ego zu streicheln und sich wieder aufzubauen. „Doch eigentlich gibt es nichts aufzubauen, denn ich hatte ein super Jahr und das erst im vierten Jahr, nachdem ich mit dem Schwimmen begonnen habe.“

Den Kopf in den Sand stecken?

Als Langstreckenschwimmer weiß Baumgartner, dass ein Projekt schief laufen kann. Neben dem Wetter, dem Magen und Muskelkrämpfen gibt es noch viele andere Möglichkeiten für ein Scheitern. Nach der missglückten Ärmelkanalquerung sei es nie ein Option gewesen, den Kopf in den Sand zu stecken. „Denn der Ärmelkanal war nicht mein einziges Ziel – ich möchte in den kommenden Jahren noch so einige Gewässer unsicher machen.“

Und dazu zählt der Bodensee, der vor allem im vergangenen Jahr stark in den Fokus der Medien getreten ist. Weil sich mehrere Extremschwimmer an ihm die Zähne ausbissen. „Der Bodensee ist sicher ein Angstgegner und damit aber eben vielleicht genau das richtige. Es ist wie vom Pferd fallen und gleich wieder aufsteigen, aber es muss ja nicht immer der gleiche Gaul sein“, scherzt Baumgartner.

Der Schweizer sieht es als „unfassbare Herausforderung“ an, da er noch nie so weit geschwommen sei und keine Ahnung habe, ob er das überhaupt könne.  Auf jeden Fall werde er sich eingehender mit dem Thema Mentaltraining befassen.

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