Alexander Studzinski schwimmt den FINA Open Water Grand Prix.

privat

Alexander Studzinski schwimmt im Grand Prix bis zu 88 Kilometer
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Open Water | 21. April 2011

Studzis Blog Alexander Studzinski: Im Gestrüpp hängen geblieben

Alexander Studzinski | Open-Water-Schwimmen ist eine faszinierende Wettkampfsportart. Deutschlands Mann auf den Extremdistanzen ist Alexander Studzinski. In seinem zweiten Blog-Beitrag blickt der Wiesbadener auf die ersten Rennen des diesjährigen FINA Open Water Grand Prix zurück.
Hallo,
heute nun mein zweiter Eintrag. Erstmal finde ich die neue Seite super. Ich habe sie auch erst am Montag das erste Mal bestaunen können. Es sieht alles top aus!
Zunächst einmal zu meiner letzten Woche. Da ich in letzter Zeit wieder vermehrt Probleme mit meinem rechten Arm habe, war ich wieder mal bei einigen Ärzten. Zum Glück konnte ein sehr guter Neurochirurg Probleme mit den Halswirbeln und dem Plexus brachialis ausschließen. Des Weiteren war ich mit Elmar Heger, den ihr wahrscheinlich als "blueseventy-Sponsoring-Typen" kennt, bei einem niederländischen Physiotherapeuten in Dortmund. Dieser war wirklich gut, und das erste Mal in Monaten hatte ich zeitweise keine Schmerzen mehr in meinem Arm. Nun heisst es hier daheim weiter daran zu arbeiten. Hoffentlich bin ich in ein paar Wochen wieder schmerzfrei und kann 100 % ins Training einsteigen. Das heisst nun aber auch weiterhin viel Arbeit und Training an Land. Ich habe zurzeit viermal die Woche Reha in Mainz und Wiesbaden. Dazu noch jede Menge Rudern, Jogging und Radeln. Leider kommt dadurch das Wassertraining sehr kurz, aber mit den Schmerzen ist dies auch fast unmöglich geworden in den letzten Wochen. Ich hoffe zur DM wieder fit zu sein. Aber das wird die Zeit zeigen.
Jetzt möchte Euch heute noch etwas von meiner FINA-Grand-Prix-Reise letzten Januar/Februar berichten. Ich hatte geplant bei vier Wettkämpfen in Argentinien teilzunehmen. Aber es kam dann doch leider etwas anders. Das erste Rennen war in Rosario und ging über 15 km in einem kleinen Rundkurs im Fluss Parana. Dieser Fluss ist so ziemlich das dreckigste, was ihr euch vorstellen könnt. Von außen braun, und wenn man den Kopf ins Wasser steckt, ist alles schwarz. Macht einfach eure Augen zu und genau so viel würdet ihr dort unter Wasser sehen. Man sieht nicht mal seine eigene Schulter! In diesem Rennen bin ich Dritter geworden. Nur leider bin ich danach sehr krank geworden. Durchfall, Fieber, Erbrechen, also einfach das volle Programm. Ich war "zum Glück" nicht der einizge, der krank geworden ist. Es waren insgesamt 15 (!) Schwimmer krank. Da könnt ihr euch vorstellen, wie dreckig das Wasser dort ist.
Die Woche danach standen 57 km in Santa Fe auf dem Programm. Dort war ich 2010 Zweiter und ich wollte dieses Jahr eine ähnlich gute Lesitung dort zeigen, nur leider war ich von der Krankheit immernoch so schlapp, dass ich nach 2:30 Stunden sogar deutlich hinten den Mädels lag. So entschied ich mich auszusteigen.
Danach ging es nach Viedma. Nun, wer sich ein wenig geographisch in Argentinien auskennt, wird schnell merken, dass das eine Reise von locker 1.300 Kilometern ist. Fliegen kam nicht wirklich in Frage, da man sowieso sieben Stunden mit dem Bus nach Buenos Aires fahren hätte müssen, dann eine Stunde Flug und nochmal drei Stunden Bus. So entschied ich mich mit einigen anderen Schwimmern den ganzen Weg im Bus zurückzulegen. Dies dauert sage und schreibe 20 Stunden! Die Sitze waren zwar sehr bequem und boten sehr viel Platz, doch 20 Stunden Fahrt sind einfach grausam. Das Rennen in Viedma fand ebenfalls in einem Fluss statt. Doch der Rio Negro ist nicht ansatzweise so dreckig wie der Rio Parana. Man sieht sogar die Füße vom Vordermann. Das Rennen verlief bis zur vierten von fünf Runden super. Dann blieb ich mit meinem neuen Schwimmanzug schön in Gestrüpp hängen und hab mir gleich mal das ganze Bein aufgerissen. Der Stoff schlabberte dann die restlichen 40 Minuten schön an meinem Bein rum. Dazu kam ca. 20 Minuten vor Ende noch, dass ich extrem einbrach, was ich teilweise auch der Krankheit zuschreibe. Jedenfalls bin ich in der Endabrechnung Achter geworden. Kein gutes Ergebnis, obwohl fast nur frische Leute da waren, die extra nur für diesem Wettkampf kamen. Nichtsdestotrotz war dies ein schlechtes Ergebnis.
Das Wochenende danach sollte ich eigentlich die 88 km in Parana schwimmen. Nach diesen Ergebnissen und der Krankheit habe ich mich entschieden, nach Hause zu fliegen.
So, das war es für diese Woche.

Euer Studzi

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