Alexander Studzinski (SC Wiesbaden) plädiert dafür, dass mit der Gesundheit der Sportler nicht fahrlässig umgegangen werden darf.

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Alexander Studzinski (SC Wiesbaden) plädiert dafür, dass mit der Gesundheit der Sportler nicht fahrlässig umgegangen werden darf.
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Open Water | 26. Juli 2011

Studzis Blog

Alexander Studzinski: "Das ist einfach Irrsinn!"

Alexander Studzinski | Alexander Studzinski ist als Langstreckenschwimmer einiges gewohnt: Der Wiesbadener schwimmt in der FINA Grand-Prix-Serie bei widrigen Bedingungen Rennen bis zu 88 Kilometer. Doch was seine Kollegen bei den Freiwasser-Wettbewerben der Weltmeisterschaften in Shanghai durchmachen mussten, bezeichnet auch er als Irrsinn – und plädiert dafür, ein Zeichen zu setzen.
Hallo liebe Leser,
es sind nun wieder zwei Wochen vergangen, seitdem ich im Trainingslager war. Ich habe mich wieder an meine heimische Kurzbahn gewöhnt und das Training läuft soweit ganz gut. Ich habe in den zwei Wochen jeweils knapp über 70 Kilometer gemacht. Dazu wieder etwas Stabi und jede Menge Reha, damit der Arm beziehungsweise die Schulter auch so bleibt, wie sie momentan ist, nämlich relativ schmerzfrei.

Es geht aufwärts

Meine Zeiten sehen wieder recht gut aus. Es geht definitiv aufwärts. Nur längere Sachen am Stück sind noch ziemlich hart. Die Intervallserien sind schon wieder auf einem ganz annehmbaren Niveau. Und der "Augenkrebs" kam auch noch nicht wieder. :)

Ich freue mich jetzt auch schon auf meine ersten Wettkämpfe, auch wenn es nur kleinere sein werden. Aber es ist auch mal schön, an anderen Orten zu schwimmen, als die ganzen Jahre davor.

WM in Shanghai

In der letzten Woche haben ja die Weltmeisterschaften im Freiwasserschwimmen in Shanghai stattgefunden. Gezwungenermaßen musste ich ja zu schauen. Leider wurde weder von Eurosport noch von den öffentlich rechtlichen Sendern etwas übertragen. Klar sind ein bis fünf Stunden Rumgeschwimme im Pack ziemlich öde anzuschauen, aber als das Ganze in Peking 2008 live übertragen wurden, fand ich es doch zu meiner Überraschung sehr spannend. Zumal ja um drei Uhr in der Nacht in Deutschland sowieso nur Schrott im TV kommt.

Jetzt muss ich erstmal den drei Olympia-Qualifikanten meine herzlichsten Glückwünsche aussprechen. Ein Startplatz mehr als 2008 ist schon super! Auch die anderen Leistungen waren teilweise sehr gut.

Temperatur-Irrsinn

Sicherlich ist viel auch den heißen Temperaturen vor Ort zu schulden. Ich finde es von der FINA (dem Weltverband der Schwimmer) eigentlich unverantwortlich, die Obergrenzen der Wassertemperatur bei 31°C anzusetzen. Ich kann es nicht verstehen, wie es 50-Meter-Beckenschwimmern nicht zugemutet werden darf, bei mehr als 27°C zu schwimmen, aber bei über fünf Stunden Wettkampf sollen 31°C in Ordnung sein? Und dazu noch teilweise massive Sonneneinstrahlung und Salzwasser?! Das ist einfach Irrsinn. Ich schließe mich der Meinung der meisten Freiwasserschwimmer an, dass die Grenzen für die Wassertemperatur bei 18-28°C liegen sollte.

Denn auch der untere noch zugelassene Wert von jetzt noch 16°C ist bei 10 Kilometern eventuell noch aushaltbar, aber es gibt auch FINA Grand-Prix-Rennen, die circa sieben Stunden lang und auch nicht wärmer sind.

Ein Zeichen setzen

Deshalb fand ich auch die Entscheidung einiger Athleten, das Rennen erst gar nicht zu starten, richtig. Es muss einfach mal ein Zeichen gesetzt werden, dass mit der Gesundheit der Sportler nicht fahrlässig umgegangen werden darf!

Ich melde mich dann wieder in ein bis zwei Wochen mit einem Update zu meinem Training – und dann steht auch schon bald der erste Wettkampf nach meiner Verletzung an.

Euer Studzi

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