Studzis Blog
Alexander Studzinski: Bronze bei zwölf Grad
Hallo liebe Leser,
die letzten zwei Wochen, seitdem ich auf Hawaii war, gingen recht schnell rum. Ich hatte anfangs einige Probleme mit der ganzen Zeitumstellung. Bis nach Hawaii waren es ja zwölf Stunden. Da ich nur sechs Tage dort war und danach gleich wieder heim geflogen bin, war mein Körper ziemlich verwirrt. Das hat sich jedoch nach einigen wachen Nächten gelegt.
Ins Training bin ich dann auch nur langsam eingestiegen. Ich habe in der ersten Woche nur 40 Kilometer gemacht und in der nächsten auch nur 41 Kilometer, da am letzten Wochenende wieder ein Wettkampf anstand.
die letzten zwei Wochen, seitdem ich auf Hawaii war, gingen recht schnell rum. Ich hatte anfangs einige Probleme mit der ganzen Zeitumstellung. Bis nach Hawaii waren es ja zwölf Stunden. Da ich nur sechs Tage dort war und danach gleich wieder heim geflogen bin, war mein Körper ziemlich verwirrt. Das hat sich jedoch nach einigen wachen Nächten gelegt.
Ins Training bin ich dann auch nur langsam eingestiegen. Ich habe in der ersten Woche nur 40 Kilometer gemacht und in der nächsten auch nur 41 Kilometer, da am letzten Wochenende wieder ein Wettkampf anstand.
Am Start beim British Gas Great Scottish Swim
Es ging am Freitag nach Schottland. Genauer gesagt in die Nähe von Glasgow, nach Strathclyde. Dort fand der letzte Teil der "British Gas Great Swim"-Serie statt, das „British Gas Great Scottish Swim“.
Der Kurs sollte eigentlich über zwei Kilometer einmal durch den See im Strathclyde Park führen. Da aber der Sommer der kälteste seit circa 20 Jahren war und die Wassertemperatur nur 12,8 Grad betrug, wurde die Strecke auf einen Rundkurs von einer Meile (1,65 Kilometer) verkürzt.
Der Kurs sollte eigentlich über zwei Kilometer einmal durch den See im Strathclyde Park führen. Da aber der Sommer der kälteste seit circa 20 Jahren war und die Wassertemperatur nur 12,8 Grad betrug, wurde die Strecke auf einen Rundkurs von einer Meile (1,65 Kilometer) verkürzt.
Panik im 12 Grad kalten Wasser
Ich bin am Freitagabend dann das erste Mal in den See gesprungen, um zu sehen, wie sich 12 Grad so anfühlen, da ich keinen Schock am Samstag beim Wettkampf erleben wollte. Zum Glück konnten wir einen Neoprenanzug tragen, sonst wäre das Ganze doch recht unangenehm geworden.
Nichtsdestotrotz war der Sprung in den See sehr hart. Mein Gesicht hat sich nach fünf Sekunden angefühlt, als ob mir mit einem Nagelbrett andauernd ins Gesicht geschlagen würde. In der ersten Panikreaktion dachte ich dann, dass ich es beim Wettkampf nicht einmal bis zur ersten Boje schaffen würde (die nur 200 Meter entfernt war). Meine Nasennebenhöhlen fühlten sich an wie enge Schlitze, die jemand mit spitzen Nadeln von innen heraus massakrieren würde. Um mich herum gab es auch nur ungläubige Gesichter, die wohl das Gleiche wie ich dachten.
Nach circa fünf Minuten war dann endlich alles taub, und ich konnte dann doch recht normal schwimmen. Trotzdem verkürzte ich den Aufenthalt im Wasser auf knappe 10 Minuten. Danach war das Reden fast unmöglich, und ich gab nur unverständliche Laute von mir, da meine Lippen eingefroren waren.
Nach circa fünf Minuten war dann endlich alles taub, und ich konnte dann doch recht normal schwimmen. Trotzdem verkürzte ich den Aufenthalt im Wasser auf knappe 10 Minuten. Danach war das Reden fast unmöglich, und ich gab nur unverständliche Laute von mir, da meine Lippen eingefroren waren.
Abkühlen vorm Start
Am Wettkampftag bin ich dann circa 15 Minuten vor dem Start in das sogenannte "Aufwärmbecken" gegangen, was in Wirklichkeit ein "Abkühlbecken" war. Ich hielt mich darin solange auf, dass alles an mir, was aus dem Neo schaute, taub war, damit der Schock beim Start so gering wie möglich bleiben würde.
Das Rennen war relativ gut besetzt und bestand unter anderem aus dem Europameister von 2010 über 1.500 Meter Freistil, Sebastien Rouault aus Frankreich, und weiteren Olympiateilnehmern von 2008 und 2012.
Gestartet wurde dann per Kopfsprung, und ich befand mich gleich in einer unangenehmen Situation. Der Schwimmer rechts von mir wollte natürlich durch mich hindurch nach links. Diese Absicht machte er mir mit ein paar kleineren Schlägen gegen den Kopf klar. Jedoch der Schwimmer auf der linken Seite war fast doppelt so breit wie ich und bewegte sich keinen Millimeter in die andere Richtung. Also bin ich fast stehen geblieben und hinter den beiden nach links durch das gesamte Feld geschwommen, da sich die erste Wendeboje deutlich links vom Start aus befand.
Als ich endlich meine Ruhe im Feld hatte, sah ich einen Briten, der circa 15 Meter vor dem Pack schwamm. Ich wusste, dass die Anderen schon wieder aufschließen würden, und so stresste ich mich am Anfang nicht wirklich damit, die Lücke zu schließen.
Das Rennen war relativ gut besetzt und bestand unter anderem aus dem Europameister von 2010 über 1.500 Meter Freistil, Sebastien Rouault aus Frankreich, und weiteren Olympiateilnehmern von 2008 und 2012.
Gestartet wurde dann per Kopfsprung, und ich befand mich gleich in einer unangenehmen Situation. Der Schwimmer rechts von mir wollte natürlich durch mich hindurch nach links. Diese Absicht machte er mir mit ein paar kleineren Schlägen gegen den Kopf klar. Jedoch der Schwimmer auf der linken Seite war fast doppelt so breit wie ich und bewegte sich keinen Millimeter in die andere Richtung. Also bin ich fast stehen geblieben und hinter den beiden nach links durch das gesamte Feld geschwommen, da sich die erste Wendeboje deutlich links vom Start aus befand.
Als ich endlich meine Ruhe im Feld hatte, sah ich einen Briten, der circa 15 Meter vor dem Pack schwamm. Ich wusste, dass die Anderen schon wieder aufschließen würden, und so stresste ich mich am Anfang nicht wirklich damit, die Lücke zu schließen.
Mein Gesicht als Abdruckfläche
Das Rennen an sich war nicht übermäßig schnell, jedoch recht grob. An der 800-Meter-Wendeboje dachte ein Ire neben mir, dass mein Gesicht doch eine recht gute Abdruckfläche bieten würde, an der er sich nach vorne ziehen könne, und so drückte er mich am Kopf nach hinten. Natürlich verfing ich mich auch noch mit meinem linken Arm in der Leine der Boje und verlor gut fünf Plätze.
Danach hatte ich jedoch recht viel Platz und konnte neben dem Feld in aller Ruhe weiterschwimmen. Im Ziel war ich dann letztendlich Dritter. Ich bin mit der Platzierung recht zufrieden, da eine Meile nicht unbedingt meine Streckenlänge ist und die beiden Schwimmer vor mir wirklich fix waren.
Schnelle Amateure
Bei den Amateuren ging der Sieg auf den 1,65 Kilometern in 20:26 Minuten an Colin Hill (GBR). Schnellste Frau war Lyn Hughes (GBR), die die Meile in 21:42 Minuten absolvierte.
Bis dahin viel Spaß beim Training!
Euer
Studzi
| Ergebnisse British Gas Great Scottish Swim 2011 | |||
|---|---|---|---|
| Elite Männer – Top Ten | |||
| 1 | Tom Allen | GBR | 16:51,99 |
| 2 | Sebastien Rouault | FRA | 16:54,88 |
| 3 | Alexander Studzinski | GER | 16:56,55 |
| 4 | Jan Wolfgarten | GER | 16:57,20 |
| 5 | Chris Bryan | IRL | 16:59,65 |
| 6 | Dave Carry | GBR | 17:01,52 |
| 7 | Sebastien Fraysee | FRA | 17:04,24 |
| 8 | Vasca Gaspar | POR | 17:07,78 |
| 9 | Tom Vangeneugden | BEL | 17:08,85 |
| 10 | Petar Stoychev | BUL | 17:09,72 |
| Elite Frauen – Top Ten | |||
| 1 | Christine Jennings | USA | 18:06,11 |
| 2 | Jana Pechanova | RUS | 18:07,20 |
| 3 | Swann Oberson | SUI | 18:08,40 |
| 4 | Charlotte Wooliscroft | GBR | 18:11,53 |
| 5 | Aurelie Muller | FRA | 18:20,47 |
| 6 | Maaike Waijer | NED | 18:32,55 |
| 7 | Opehlie Aspord | FRA | 18:39,60 |
| 8 | Beatrix Eisel | GER | 18:40,35 |
| 9 | Cathleen Großmann | GER | 18:41,24 |
| 10 | Daniella Pinto | POR | 18:44,47 |








