Ärmelkanal auf Amerikanisch

Was für europäische Freiwasserschwimmer der Ärmelkanal, ist für US-Schwimmer der Catalina Channel. Die Seestraße zwischen Santa Catalina Island und dem Süden Los Angeles ist 32,5 Kilometer breit und ähnlich herausfordernd wie sein englisches Pendant.

| 2. September 2015 | AKTUELL

Matthias Kaßner | Matthias Kaßner durchschwimmt den Catalina Channel.

Matthias Kaßner durchschwimmt den Catalina Channel.

Foto >Kaßner

Zwar ist die Distanz etwas kürzer als beim Ärmelkanal, doch wegen der Bedingungen dauert die Querung des Catalina Channels ähnlich lang. Zeiten unter zehn Stunden zählen bei beiden Schwimm-Abenteuern zu den absoluten Top-Resultaten. Im Durchschnitt benötigen die Athleten etwa 12 bis 14 Stunden. Als erster Deutscher durchschwamm Matthias Kaßner am 20. August den Catalina Channel. Der Berliner benötigte 13 Stunden und 59 Minuten.

Vergleich

ÄrmelkanalCatalina Channel

Distanz (Luftlinie)

33,7 km

32,5 km

Wassertemperatur

15-18 Grad

15-21 Grad

Hauptsaison

Juni-September

Juni-Oktober

Erste Querung

1875

1927

Erfolgreiche Querungen

2057

371

Solos von dt. Schwimmern

26

1

Rekord

6:55 Stunden (2012)

7:15 Stunden (1976)

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Die meisten Versuche starten auf Santa Catalina und enden auf dem US-Festland, nur Wenige schwimmen in die andere Richtung. Während es beim Ärmelkanal mit der Channel Swimming Association (CSA) und der Channel Swimming & Piloting Federation zwei Organisationen gibt, die Versuche genehmigen und ratifizieren, übernimmt in Kalifornien die Catalina Channel Swimming Federation (CCSF) dieses Aufgaben. Hüben wie drüben gibt es Solos und Staffeln. Beide Schwimmen gehören zu den sogenannten Ocean Seven's.

Insgesamt ist die Anziehungskraft des Ärmelkanals aber doch deutlich größer - vor allem international. Zwar stellen die einheimischen Briten (beim Ärmelkanal) und US-Amerikaner (beim Catalina Channel) mit Abstand die größte Gruppe an Schwimmern. Doch sind zwischen England und Frankreich zusätzlich viele US-Amerikaner, Europäer, Australier und Südafrikaner unterwegs. Auch ehemalige Spitzenschwimmer zieht es eher nach Dover als nach L.A., zum Beispiel die ehemaligen Freiwasser-Weltmeister Petar Stoychev oder Christof Wandratsch.