8,2 km bis Norderney: Ein Abenteuer, das einen verwandelt

Was für ein Abenteuer! Was für eine Erfahrung! Das Inselschwimmen von Norderney ist eine Riesenherausforderung für alle, die es hinaus aufs Meer mit seiner Naturgewalt zieht.

| 11. August 2014 | AKTUELL

Inselschwimmen Norderney | Impressionen Inselschwimmen Norderney 2014.

Impressionen Inselschwimmen Norderney 2014.

Foto >König Event

8,2 km bis Norderney: Ein Abenteuer, das einen verwandelt

Die Perspektive einer „kleinen“ Schwimmerin in der großen See einzunehmen verändert den Blick, den man auf sich selbst und auf die Dinge wirft. Es ist wie eine Reise, von der man verwandelt wiederkehrt.

Die Reise begann an Land, und das frühmorgens. Um 5.41 Uhr schnappten wir den Zug in Hamburg, fuhren über Bremen nach Norddeich/Mole. Dort war auf einem der großen Parkplätze die Ausgabe der Startunterlagen aufgebaut, Umkleidezelte, in denen man sich in den Neopren pellte, das „große“ Gepäck wurde an einem LKW aufgegeben, weiter ging es mit leichtem Gepäck (Kappe, Transponder und Equipment) in Reisebussen hin zum Vorstartbereich in Hilgenriedersiel.

Richtung Leuchtturm, dann links

Was für ein kurioses Bild: 299 in Neopren gehüllte Personen reisen barfuß, mit kleinem Gepäck per Reisebus über die Landstraße. Eine Kaffeefahrt der besonderen Art.

Am Vorstart wurden wir mit Getränken versorgt, und es gab eine Einweisung. Da hieß es: nach dem Start den gelben Bojen folgen, zuerst auf den Leuchtturm zuhalten, dann links abbiegen und immer geradeaus, die Bojen rechts umschwimmen. Ich war verwirrt, meine Rechts-Links-Schwäche setzte unvermittelt ein, ich fragte einen Neoprenkollegen: „War die Boje nun links oder rechts?“ Kurzes Schmunzeln, Boje links, wir rechts, ok. Dann setzte sich der Marsch in Gang. Wie sich herausstellte war es ein langer Marsch, der uns über mehrere Vordeiche führte. Hinter den Zäunen grasten die Schafe, Urlauber auf Fahrräder sahen uns an, als ob wir vom Mond kämen.

Inselschwimmen Norderney  | Wandern vor dem Start: Um ans Wasser zu gelangen müssen die Teilnehmer einige Deiche queren.

Wandern vor dem Start: Um ans Wasser zu gelangen müssen die Teilnehmer einige Deiche queren.

Foto >König Event

Kurioses Bild Nummer zwei: 299 Neopren-Mondmenschen pilgern barfuß über eine norddeutsche Deichlandschaft. Hunderte von widerkäuenden Schafen und ein paar Urlauber sind Zeugen.

Plötzlich sehe ich Ralf Beckmann, den früheren Bundestrainer Schwimmen. Er hat sich unter die Zuschauer gesellt, die uns am Start verabschieden. Wir begrüßen uns herzlich. „Hast du früher nicht kürzere Sachen geschwommen?“, fragt er mich und grinst. Und dann Wolfram aus Hamburg, der uns viel Glück wünscht. Wie schön! Jetzt geht es über den letzten Deich, Abgabe des kleinen Gepäcks, die abschließenden Vorkehrungen werden getroffen: Neo geschlossen, Kappe aufgesetzt. Sitzt die Brille richtig? Sag Mal, wo genau ist eigentlich das Ziel? Da hinten müsste es sein, irgendwo zwischen den beiden hohen Häusern... Oje, ist das weit weg! Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass ich es bis dahin schaffen kann. Egal, einfach machen.