36-jähriger Brite will von Afrika nach Amerika schwimmen

Es ist ein gewagtes Experiment und wenn es klappt, eine fast unglaubliche Ausdauerleistung: Der britische Extremsportler Ben Hooper will einmal über den Atlantik schwimmen.

| 24. April 2015 | AKTUELL

Ben Hooper | Ben Hooper will über den Atlentik schwimmen.

Ben Hooper will über den Atlentik schwimmen.

Foto >Arena

Der Start soll im November in Dakar erfolgen, der Hauptstadt Senegals und westlichster Punkt des afrikanischen Festlands. Das Ziel Natal liegt 3.000 Kilometer Luftlinie entfernt im Nordosten Brasiliens. Wenn Hooper wie geplant zwölf Stunden am Tag schwimmt und dabei 35 bis 40 Kilometer zurücklegt, wäre er nach 80 Tagen im Ziel. Begleitet wird der 36-Jährige von einem Boot und 15 Meeresexperten, Dokumentarfilmern, Meeresbiologen, Sportwissenschaftlern und Medizinern. Auch ein unabhängiger Beobachter ist mit dabei, um die Messungen des Teams zu kontrollieren. Dazu gehört die Berechnung der Abdrift in den Ruhephasen, die bei der Schwimmstrecke berücksichtigt werden muss.

Für das Projekt "Swim the Big Blue" bereitet sich Hooper mit sechs Schwimmeinheiten in der Woche vor. Dabei legt er häufig über 20 Kilometer zurück. Derzeit ist er in den USA, wo er mit Freiwasser-Olympiasieger Oussama Mellouli trainiert und im Juni um die Insel Key West in Florida herumschwimmen will. Dabei will er auch einen Spezialanzug testen, der ihm von Arena zur Verfügung gestellt wird. Der Anzug soll Hooper unter anderem vor Haien und Nesselquallen schützen. Wie das funktioniert, will Arena in den kommenden Monaten enthüllen.

Mount Everest und Mondlandung

Der ehemalige Soldat und Polizist Hooper stammt aus Gloucestershire und hat ein Kind. Bei seinem Abenteuer erwarten ihn neben allerlei Getier auch zehn Meter hohe Wellen und die sengende Äquatorsonne. Auf der Website zur Expedition wird das Unternehmen in einer Reihe mit der Besteigung des Mount Everest oder der Landung auf dem Mond dargsestellt.

Laut Hoopers Website gab es bereits Versuche, den Atlantik schwimmend zu bewältigen, jedoch gingen diese meist nicht von Festland zu Festland, sondern starteten oder endeten auf vorgelagerten Inseln. So schwamm Guy Delage 1994 in 55 Tagen von Cap Verde nach Barbados. Allerdings habe es dabei weder Aufzeichnung darüber gegeben, wie weit sich das Begleitboot während der Pausen bewegte, noch habe es Zeugen gegeben. Bei der Expedition von Benoit Lecomte 1998 von Hyannis (USA) nach Quiberon (Frankreich) gibt es laut Hooper Ungereimtheiten bei der Schwimmgeschwindigkeit. Diese hätte den Aufzeichnungen zufolge bei unmöglichen acht Meilen pro Stunde gelegen.