1.700 Mutige in der eiskalten Donau

Wer am Wochenende ein besonderes Schwimmerlebnis sucht, ist in Neuburg richtig. Hier findet am 28. Januar das 43. Donauschwimmen statt – Europas größtes Winterschwimmen mit mehr als 1.700 Teilnehmern. Kurzentschlossene können sich noch am Wettkampftag nachmelden.

| 27. Januar 2012 | AKTUELL

Donauschwimmen2 | Donauschwimmen in Neuburg

Donauschwimmen in Neuburg

Foto >Xaver Habermeier

Pünktlich zum Wochenende hat Petrus dem Winterschwimmen ein ganz besonderes Flair verliehen und das bayerische Neuburg in eine weiße Schneelandschaft gehüllt. Die meisten der mehr als 1.700 Schwimmer werden sich im Neoprenanzug in die etwa 4 Grad kalte Donau trauen. Vor ihnen liegt dann eine Strecke von vier Kilometern – von der Staustufe Bitterbrunn bis zum Neuburger Donaukai. „Da die Donau zurzeit viel Wasser hat, ist die Strömung günstig. Die meisten Teilnehmer werden etwa 30 bis 45 Minuten im Wasser sein“, sagt Karl-Heinz Leger, Organisator des Donauschwimmens.

Allerdings gibt es auch die ganz Hartgesottenen – die 16 angemeldeten Eisschwimmer. Sie dürfen lediglich in Badehose oder Badeanzug in die Donau, legen dafür aber auch nur etwa 400 Meter zurück. „Da kontrollieren wir natürlich verschärft, ob diese Teilnehmer regelmäßig Eisschwimmen und gesund sind“, sagt Leger.

Fast 400 Helfer

Damit nichts passiert, ist ein umfangreiches Aufgebot an ehrenamtlichen Sicherheitskräften vor Ort: 200 Mitglieder der Wasserwacht Neuburg, 75 Sanitätskräfte, 4 Ärzte, 60 Mitglieder des THW-Neuburg sowie 31 Feuerwehrmänner aus Neuburg und Bittenbrunn. Für die Sicherheit der Teilnehmer sind außerdem Wasserwachtrettungsboote sowie Boote von Feuerwehr und THW im Einsatz.

Trotz der großen Teilnehmerzahl freut sich Leger, dass eine familiäre Atmosphäre herrscht und schon viele Freundschaften entstanden sind: „Es gibt Teilnehmer aus Norddeutschland, die extra einen Tag früher anreisen, um uns beim Aufbau zu helfen.“ Nach dem kühlen Bad können sich die Teilnehmer und ihre Begleitpersonen dann beim Donauschwimmerball am Abend aufwärmen.

Geburtsstunde des Donauschwimmens

Das erste Donauschwimmen fand 1970 statt und war eine Idee von Alois Paulus: „Er war aktiver Rettungstaucher und fragte bei einer Vorstandssitzung der Wasserwacht Neuburg an, ob die Taucher der Ortsgruppe auch im Winter in die Donau gehen könnten, um ihre Einsatzbereitschaft auch zu dieser Jahreszeit zu testen“, erzählt Leger. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen und so stürzten sich am 24. Januar 1970 acht Teilnehmer in die eiskalte Donau.

Das Bayerische Fernsehen zeigt am Montag, 30. Januar, ab 18 Uhr in der Sendung „Abendschau“ einen ausführlichen Bericht über das diesjährige Donauschwimmen.