Schnelligkeit im Ausdauerbereich

Strecken mit einer Belastungsdauer von mehreren Minuten bis Stunden scheinen zunächst wenig mit Schnelligkeit zu tun zu haben. Doch ein Blick in die Innenwelt unserer Muskulatur zeigt, dass wie wichtig ein hohes Grundlagentempo ist.

| 7. April 2017 | ARENA ONLINE SWIM ACADEMY

Die Grundschnelligkeit hat großen Anteil am Gesamttempo auf allen Distanzen.

Die Grundschnelligkeit hat großen Anteil am Gesamttempo auf allen Distanzen.

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Die Schnelligkeit im Ausdauerbereich

Schnelligkeit spielt im Ausdauersport eine viel größere Rolle als bisher angenommen. Immer häufiger zeigen Untersuchungen teilweise spektakuläre Leistungsverbesserungen in der Ausdauerleistung nach einem mehrwöchigen Schnelligkeitstraining. Wie kann man sich dieses Phänomen zunutze machen ohne sich aber schwere Muskeln anzutrainieren?

In der Trainingswissenschaft definiert man Schnelligkeit mit der Fähigkeit, über einen Zeitraum von acht bis zehn Sekunden eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erzielen. Innerhalb dieser Zeitspanne nutzen Sie die energiereichen Phosphate zur Energiegewinnung.

Mindestens so entscheidend für eine hohe Geschwindigkeit ist dabei die optimale Ansteuerung der beteiligten Muskeln. Das gilt sowohl in der Betrachtung des Zusammenspiels von verschiedenen, an der Bewegungsausführung beteiligten Muskeln (intermuskuläre Koordination), als auch in der Fähigkeit die Fasern eines Muskels (intramuskulär) optimal auf die Anforderung abzustimmen. Verantwortlich für diese beiden Fähigkeiten sind das Gehirn und das informationsleitende Nervensystem.

Inter- und intramuskulär

Wenn Sie beispielsweise erstmalig das Krafttraining aufnehmen, werden Sie in kürzester Zeit enorme Leistungssprünge verspüren. Diese erste Verbesserungsphase resultiert aus einer verbesserten intermuskulären Koordination der beteiligten Muskeln. Ein neues neuronales Muster bahnt sich seinen Weg.

Das gleiche Phänomen findet man auch in der Koordination sportlicher Bewegungen vor. Auch hier sind erste Leistungssprünge fast ausschließlich darauf zurückzuführen, dass die beteiligten Muskeln besser koordiniert und abgestimmt werden. Die Bewegung wird immer „runder“ und damit ökonomischer.

Ist die Bewegung in das motorische Gedächtnis erst einmal einprogrammiert, rücken neue Mechanismen in den Vordergrund, die für enorme Leistungssprünge verantwortlich gemacht werden. Genau wie das Zusammenspiel der Muskeln bedeutend ist, sind die internen Abläufe innerhalb eines Muskels entscheidend dafür wie effektiv dieser arbeitet.