Wieder mehr Todesfälle durch Ertrinken

In Deutschland starben im vergangenen Jahr so viele Menschen durch Ertrinken wie seit zehn Jahren nicht mehr. Mindestens 537 Personen fanden beim Schwimmen oder Baden den Tod.

| 16. März 2017 | AKTUELL

DLRG | 537 Menschen starben 2016 beim Baden und Schwimmen.

537 Menschen starben 2016 beim Baden und Schwimmen.

Foto >DLRG

Die Zahlen gab die DLRG heute in Berlin bei einer Pressekonferenz zur jährlichen Ertrinkungsstatistik bekannt. Demnach stieg die Zahl der Ertrunkenen gegenüber 2015 um 49 und kletterte erstmals seit 2006 wieder über die Marke von 500. Die meisten Unglücke ereigneten sich erneut in unbewachten Flüssen (210) und Seen (167). Deutlich weniger gefährlich ist Schwimmen in bewachten Bädern und an der Küste. Hier starben im vergangenen Jahr 19 bzw. 27 Menschen.

Ertrinkungsfälle seit 2006

JahrOpfer

2016

537

2015

488

2014

392

2013

446

2012

383

2011

410

2010

438

2009

474

2008

475

2007

484

2006

606

Swipe me

"Bilanz nicht akzeptabel"

Die DLRG führt den negativen Trend zurück auf mangelnde Schwimmfähigkeiten und den relativ schönen Sommer 2016. Laut Statistik ertranken 220 Menschen in den Sommermonaten Juni bis August. Besonders die hohe Zahl ertrunkener Flüchtlinge (64) bereitet der DLRG Sorgen. Die Zahl hat sich gegenüber 2015 (27) mehr als verdoppelt. Keine Veränderung zeigte sich dagegen beim Blick auf das Geschlecht der Ertrunkenen, erneut ertranken viel mehr Männer (411) als Frauen (114). Das Verhältnis hält sich konstant bei etwa 80:20.

Seit 2010 sind in Deutschland insgesamt mindestens 3.094 Menschen im Wasser ums Leben gekommen. "Für eine moderne, hoch entwickelte Gesellschaft ist diese Bilanz nicht akzeptabel", sagte DLRG-Vizepräsident Achim Haag in Berlin. "Wenn wir die Opferzahlen nachhaltig senken wollen, müssen alle Beteiligten – Staat, Länder, Gemeinden und alle für die Sicherheit Verantwortlichen – noch viele Hausaufgaben erledigen. Wir brauchen mehr Sicherheit, vor allem an den Binnengewässern, und eine verbesserte Schwimmfähigkeit speziell bei der nachwachsenden Generation.“