Wie Marco Koch zum Sieg über 200 Meter Brust "taucht"

Marco Koch beim Brustschwimmen zuzusehen, ist für Schwimm-Ästhetiker die pure Freude. Beim Weltcup in Doha demonstrierte der Weltmeister aus Darmstadt einmal mehr seine Extraklasse. Vor allem unter Wasser.

| 10. Oktober 2016 | AKTUELL

Marco Koch im Vorlauf über 200 m Brust | Marco Kochs Tauchzüge sind eine Klasse für sich.

Marco Kochs Tauchzüge sind eine Klasse für sich.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Mit seinen beeindruckenden Tauchzügen hängte der 26-Jährige in Doha nach und nach alle Rivalen ab. Niemand gleitet so weit und schnell wie Marco Koch und nach jeder Wende ist sein Vorsprung wieder ein Stück weit angewachsen. Addiert man seine Unterwasserphasen zusammen, taucht der Deutsche wohl knapp über die Hälfte der 200-Meter Distanz (hier finden Sie ein Video des sehenswerten Rennens). Kein Wunder, dass Koch auf der Kurzbahn fast nicht zu schlagen ist. In dieser Saison gewann er alle fünf Weltcuprennen über 200 Meter Brust, bei denen er am Start war. International kann ihm nur Dauerrivale Dániel Gyurta das Wasser reichen. Der Ungar hält in 2:00,48 Minuten den Weltrekord. Kochs Bestzeit liegt seit 2015 bei 2:00,53 Minuten.

In Doha distanzierte Koch die Konkurrenz um mehr als drei Sekunden. Spielend leicht ließ er Japans Superstar Daiya Seto und Olympia-Silbermedaillengewinner Josh Prenot aus den USA hinter sich. Seine konstanten Splits von 28,18 Sekunden, 31,35 Sekunden, 31,31 Sekunden und 31,29 Sekunden reichten für eine Endzeit von 2:02,13 Minuten. Mehr war diesmal nicht nötig. Bei der 50-Meter-Wende sieht es sogar so aus, als gönne sich Koch einen Seitenblick auf die Rivalen.

Lange Gleitphasen

Technisch ist nur ein kleiner Unterschied im Ablauf des Tauchzugs auszumachen. Während die anderen Schwimmer dazu tendieren, Armzug und Delfinkick nahezu gleichzeitig auszuführen, sind bei Koch immer wieder Gleitpassagen während des Unterwasserzugs zu sehen. So verharrt der Olympia-Siebte von Rio nach dem Abstoß länger als jeder andere in der Streckposition, ehe er seinen kräftigen Delfinkick ansetzt. Erst danach folgen der Unterwasserzug und nach einer weiteren Pause der Brustbeinschlag mit dem Vorbringen der Arme.

Podestplätze für Philip Heintz

Bei der sechsten Weltcupstation in Doha schwamm neben Koch auch Philip Heintz aufs Podest. Der Heidelberger wurde über 100, 200 und 400 Meter Lagen jeweils Zweiter. Über 200 Meter Schmetterling schlug er als Dritter an.