Stefan Lurz: "Am Ende sind dieselben Schwimmer vorn"

Die Neo-Freigabe bei kalten Wassertemperaturen sorgt für Unruhe bei den Freiwasserschwimmern. Wird der Sport verkompliziert? Droht eine neue Materialdebatte? Bundestrainer Stefan Lurz ist im SWIM-Interview entspannt.

| 12. Mai 2017 | AKTUELL

Stefan Lurz am Beckenrand des SV Würzburg.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Stefan Lurz, Freiwasserschwimmer müssen mit allen Bedingungen klarkommen. Mit Sonne, Regen, Wellen, Wind – und auch mit kaltem Wasser. Was halten Sie von der Entscheidung des Weltverbands, Neopren­anzüge unter bestimmen Bedingungen zu erlauben? Man muss die Entscheidung akzeptieren. International sehe ich hier keinen allzu großen Eingriff in das Wettkampfgeschehen, da bis hin zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio voraussichtlich nur sehr wenige Rennen unter der 20-Grad-Marke stattfinden werden, bei der das Tragen eines Neoprenanzugs erlaubt ist. Ich habe außerdem in den letzten Jahren bei inoffiziellen Rennen mit Neo-Freigabe die Erfahrung gemacht, dass am Ende dieselben Schwimmer um die Medaillen kämpfen.

Dieses Interview ist in der SWIM 24 erschienen. Lesen Sie das ganze Gespräch mit Stefan Lurz über die WM-Ambitionen der Freiwasserschwimmer, Massenstarts beim Triathlon und die Hoffnung auf ein drittes Olympiarennen in der aktuellen Ausgabe.

Droht dem puristischen Schwimmen eine neue Materialdebatte? Ich denke nicht. Die Renntaktik wird sich nicht groß ändern. Die Rennen werden ähnlich verlaufen wie bisher. Vielleicht sind die Athleten zwei oder drei Minuten schneller. Aber wie gesagt, es wird nur sehr wenige internationale Rennen mit Neo geben.

SWIM traf Stefan Lurz im Würzburger Wolfgang-Adami-Bad.

SWIM traf Stefan Lurz im Würzburger Wolfgang-Adami-Bad.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Der FINA geht es darum, die Sicherheit der Athleten zu verbessern. Hat das Freiwasserschwimmen ein Sicherheitsproblem? Es kann immer was an der Sicherheit getan werden. Es können nicht genug Boote, Kajaks, Kanus und Surfbretter auf der Rennstrecke sein. Aber es wird von Jahr zu Jahr besser. Dennoch bleibt Freiwasserschwimmen eine Outdoor-Sportart, die ihre Tücken hat. Wichtig ist, dass die Sportler und vor allem auch die Trainer sich richtig einschätzen und nicht mit falschem Ehrgeiz unbedingt ein Rennen beenden möchten. Gesundheit geht hier immer vor!