Skandinavier gewinnen eiskalte Ötillö-Premiere

Bei schon fast winterlichen Temperaturen ging an diesem Wochenende der erste Ötillö-Swimrun in Deutschland über die Bühne. 150 Teams aus 21 Ländern stellten sich der Herausforderung in Rheinsberg.

| 23. Oktober 2016 | AKTUELL

Ötillö Rheinsberg | Beim Ötillö Rheinsberg geht es mit Badekappe über Äcker und durch Wälder.

Beim Ötillö Rheinsberg geht es mit Badekappe über Äcker und durch Wälder.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Insgesamt standen 43 Kilometer auf dem Programm, 10 davon sollten die 300 Teilnehmer in den Gewässern der Mecklenburger Seenplatte absolvieren. Der Rest erfolgte als Trailrun durch die herbstlich bunten Wälder rund um Rheinsberg. Wegen extrem kalter Temperaturen entschieden die schwedischen Organisatoren allerdings während des Rennens, einen langen Schwimmabschnitt zu streichen und einen zweiten zu verkürzen.

Mit den harten Bedingungen am besten zurecht kamen die Schweden Pontus Lindberg und George Bjälkemo, die in 4:42:02 Stunden die Tagesbestzeit setzten. Nur sechs Minuten später erreichte das finnische Ehepaar Jasmina und Thomas Schreven als bestes Mixedteam und Gesamtzweite das Ziel. Bei den Frauen gewannen Diane Sadik und Fanny Danckwardt-Lillieström. Die schweizerisch-schwedische Kombination benötigte 5:33:45 Stunden und qualifizierte sich wie sieben weitere Topteams für die Ötillö-Weltmeisterschaften 2017 in Schweden. In den Stockholmer Schären geht es dann über die schier unglaubliche Distanz von 75 Kilometern.

Ötillö Rheinsberg. | Fast 10 Kilometer mussten die Teilnehmer durch kalte Gewässer schwimmen.

Fast 10 Kilometer mussten die Teilnehmer durch kalte Gewässer schwimmen.

Foto >Peter Jacob / spomedis

"Die Strecke war genial"

Das schnellste deutsche Duo Knut Baadshaug und Sebastian Kreder erreichte Rheinsberg nach 4:52:52 Stunden und darf ebenfalls für die WM planen. "Das war ein hammergeiles Rennen, de Strecke war genial", sagte Baadshaug, der zusammen mit seinem Partner vor zwei Wochen den Allgäu-Swimrun über 27 Kilometer gewann. "Wir sind im Schwimmen sehr ausgeglichen, haben uns abgewechselt und konnten dadurch Kraft sparen. Nach unserem Sieg im Allgäu hatten wir uns für dieses Rennen einiges ausgerechnet. Der dritte Platz ist genial."

Beherrschendes Thema in Rheinsberg war aber das kalte Wetter, das die etwas überraschten Ötillö-Organistoren bei ihrer in der Swimrun-Szene mit Spannung erwarteten Deutschland-Premiere einige Probleme bereitete. Zwar blieb der laut Wetterbericht vorhergesagte Regen aus, beim Start um 8.30 Uhr in Wesenberg zeigte das Thermometer aber gerade einmal 5 Grad an. Auch im Laufe des Tages wurde es nicht viel wärmer. Die Wassertemperaturen sollen teilweise unter zehn Grad betragen haben.

Ötillö Rheinsberg. | Sebastian Kreder (links) und Knut Baadhaug waren die schnellsten Deutschen in Rheinsberg.

Sebastian Kreder (links) und Knut Baadhaug waren die schnellsten Deutschen in Rheinsberg.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Kaltes Wetter fordert Tribut

Weil die Swimrunner ihre beiden Disziplinen nicht wie beim Triathlon nacheinander, sondern im Wechsel absolvieren, hatten viele Athleten Probleme damit, den Körper auf Temperatur zu bringen. Schwer war es vor allem zu Beginn des Rennens, als drei etwa ein Kilometer lange Schwimmabschnitte nur von kurzen Läufen unterbrochen wurden. Rund 30 Teams gaben das Rennen deshalb bereits am Drosedower Schloss nach etwa einem Viertel der Distanz auf. Manche Sportler zitterten so stark, dass an ein Weitermachen nicht zu denken war. Ernsthafte Verletzungen durch Unterkühlung blieben dem Augenschein nach glücklicherweise aus.

Auch Baadshaug hatte zwischendurch Probleme mit der Kälte. "Es war wirklich arschkalt. Einmal hatten wir Krämpfe und wurden von drei Teams überholt. Ans Aufgeben haben wir aber nie gedacht. Die Schwimmstrecken zu verkürzen war sicherlich die richtige Entscheidung." Da auf den weiteren Abschnitten der Laufanteil deutlich anstieg, wurde den Teilnehmern im Verlaufe des Rennens etwas wärmer. Dennoch gab es vereinzelt weitere Aufgaben. 101 von 150 gestarteten Duos erreichte schließlich die Finishline in Rheinsberg.

Im Ziel mahnten mehrere Sportler bei einer eventuellen Wiederholung in Rheinsberg eine andere Streckenaufteilung mit längeren Laufpassagen an. Auch eine Verlegung des Events in den Sommer wurde angeregt. Ob es 2017 eine Neuauflage geben wird, wurde bisher nicht bekannt gegeben. Nach Schweden, Schweiz und Großbritannien ist Deutschland das vierte Land, in dem Ötilliö einen Swimrun ausrichtete.