Robert Könneker: Lufthansa-Pilot und Überraschungsmeister

Dass es erstmals seit zwölf Jahren einen deutschen Meister über 50 Meter Freistil geben wird, der nicht Steffen Deibler heißen würde, war nach der Absage des Hamburgers klar. Mit dem Münchener Robert Könneker hatte aber kaum einer gerechnet. Am wenigsten er selbst.

| 19. November 2016 | Aktuell

Robert Könneker | Robert Könneker

Robert Könneker ist zum ersten Mal Deutscher Meister.

Foto > Frank Wechsel / spomedis

"Das kam jetzt völlig unerwartet", sagte Könneker nach dem 50-Meter-Freistilfinale in der Berliner Schwimmhalle SSE, das der 30-Jährige in 21,80 Sekunden vor Tim-Thorben Suck (21,94 s) und Maximilian Oswald (22,04 s) für sich entschied. Für den gebürtigen Dortmunder ist es der erste Meistertitel in einer langen und abwechslungsreichen Karriere. 2007 holte er einmal Silber über 100 Meter Rücken, 2010 gab es Bronze über 50 Meter Rücken.

Robert Könneker | Robert Könneker

Dass Robert Könneker viel Zeit im Kraftraum verbringt, ist nicht zu übersehen.

Foto > Frank Wechsel / spomedis

In den letzten Jahren musste Könneker allerdings kürzer treten, weil zunächst die Ausbildung bei der Lufthansa und später der Beruf als Pilot mit dem Training eines Hochleistungssportlers nicht vereinbar war. Erst seit einem Jahr ist er wieder regelmäßig bei Benedikt Schubert und der SG Stadtwerke München im Wasser - wenn er nicht gerade durch die Welt fliegt. "Weil ich viel unterwegs bin, muss ich häufig allein trainieren", erklärt Könneker. "Deshalb habe ich mir ein ganz eigenes Konzept erstellt, das dem neuen Kraftkonzept von Henning Lambertz sehr nahe kommt."

Nina Kost holt zweites Gold

In Berlin reichte dies, um Seriensieger Steffen Deibler abzulösen, der seit 2005 alle Titel über 50 Meter Freistil eingestrichen hatte. Doch dabei soll es nicht bleiben. Könneker: "Mein Fokus liegt jetzt noch auf den 50 Meter Rücken - da traue ich mir ebenfalls eine Medaille zu."

Bei den Frauen gewann den kurzen Kraulsprint Nina Kost aus Heidelberg. In 24,58 Sekunden machte die 21-Jährige ihr zweites Gold in Berlin perfekt. Zuvor hatte die Jura-Studentin bereits über 100 Meter Freistil triumphiert. Silber holte in 24,64 Sekunden Juniorenmeisterin Angelina Köhler. Kerstin Lange von der SG Dortmund sicherte sich Bronze in 24,90 Sekunden.