Nur einmal "La Marseillaise" - Lacourt holt einziges Franzosen-Gold

Noch vor wenigen Jahren zählten die Franzosen zu den Dauersiegern im Pool und den größten Rivalen der US-Schwimmer. In Budapest sorgte Camille Lacourt für den einzigen Sieg.

| 30. Juli 2017 | AKTUELL

Nur einmal Gold: Von den Frazosen war in Budapest nicht viel zu sehen.

Nur einmal Gold: Von den Frazosen war in Budapest nicht viel zu sehen.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

In Deutschland wird seit Jahren darüber diskutiert, warum das Schwimmen im internationalen Vergleich hinterherhinkt. Doch die Deutschen sind nicht die einzigen mit Problemen. Während Länder wie Großbritannien und Kanada den großen Schwimmnationen USA, Australien, China und Japan immer wieder ein Schnippchen schlagen können, und Ungarn und Schweden durch starke Einzelkönner im Medaillenspiegel ganz weit vorn landen, ist von den ehemals erfolgsverwöhnten Franzosen nicht mehr viel zu hören. 

WM-Sieg am Schlusstag: Camille Lacourt verteidigt seinen Titel über 50 Meter Rücken.

WM-Sieg am Schlusstag: Camille Lacourt verteidigt seinen Titel über 50 Meter Rücken.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

6 Medaillen in Kasan, 2 in Budapest

Was ist bloß aus der einstigen Schwimmnation Frankreich geworden? Vor zwei Jahren in Kasan gewannen Florent Manaudou & Co. noch viermal Gold und sechs Medaillen insgesamt. Neben ihrem Topsprinter konnten die Franzosen damals unter anderem auf Größen wie Camille Lacourt, Fabien Gilot und Mehdy Metella zählen. Bei den Frauen ging es schon früher, vielleicht mit dem Rücktritt von Laure Manaudou, abwärts.

In Budapest sind aus der Erfolgsära nur noch Lacourt und Metella dabei. Insgesamt umfasst das französische Team nur neun Athleten, fünf weniger als das deutsche. Am Schlusstag sorgte Lacourt für den Höhepunkt im Becken. Er gewann den Rückensprint über 50 Meter in 24,35 Sekunden vor Junya Koga aus Japan und dem US-Amerikaner Matt Grevers und verteidigte damit seinen Titel aus Kasan. Metella hatte zuvor über 100 Meter Freistil als Dritter für die bisher einzige Medaille für Frankreich gesorgt.

Viel besser, und da hört der Vergleich mit Deutschland auf, lief es für die Franzosen übrigens im Freiwasser. Dort gewannen sie gleich viermal Gold in sieben Events.