Tag der Sprinter - Morgen der Exoten

Der siebte Tag der WM in Budapest hatte gleich drei Strecken für die Sprinter parat. Die 50er sind traditionell eine Möglichkeit für die sogenannten Exoten.

| 29. Juli 2017 | AKTUELL

Marek Ulrich ist über 50 Meter Rücken im Vorlauf ausgeschieden.

Marek Ulrich ist über 50 Meter Rücken im Vorlauf ausgeschieden.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

Sarah Sjöström (50 Meter Freistil), Liily King (50 Meter Brust) und Junya Koga (50 Meter Rücken) sorgten am Samstagmorgen für die Topzeiten in ihren Vorläufen. Dazu schwamm die Mixedstaffel der Niederlande die schnellste Zeit über 4 x 100 Meter Freistil. Marek Ulrich aus Halle/Saale verpasste in 25,27 Sekunden (0,39 Sekunden über Bestzeit) über 50 Meter Rücken als 20. die nächste Runde. Doch damit genug von den Spitzenschwimmern. Dieser Morgen stand auch im Zeichen der sogenannten Exoten.

54 Sekunden über 50 Meter

Sie kommen aus Sierra Leone, Dschibuti oder der Zentralafrikanischen Republik: Die 50-Meter-Sprints in den Schwimmstilen Brust und Freistil sind gerade bei den Athleten und Athletinnen aus den weniger schwimmaffinen Nationen beliebt. Beim ungarischen Publikum sorgte vor allem Albertine Rwabukamba aus Ruanda für Begeisterung.

Die 21-Jährige hatte sichtlich Mühe mit den 50 Meter Brust, nach der Hälfte der Strecke hielt sie kurz an, um sich die Brille zu richten, die ihr beim Start heruntergerutscht war. Dennoch schlug Rwabukamba nach 54,93 Sekunden unter dem Applaus ihres Lebens nur zwei Sekunden hinter Fatoumata Conde aus Guinea an. Eine Platzierung erhielt sie dennoch nicht. Weil sie beim ersten Zug nach dem Start die Arme delfinartig über Wasser nach vorn gebracht hatte, wurde Rwabukamba von den Schiedsrichtern disqualifiziert.

Überrundet, aber gefeiert

Besonders gefeiert wurden auch die Mixedstaffeln aus Tadschikistan und den Malediven. Mubal Azzam Ibrahim von den Malediven kam in seinem Rennen eine besonders undankbare Aufgabe zu. Als der 16-Jährige im letzten Lauf als Schlussschwimmer seines Quartetts ins Wasser sprang, waren die Mannschaften aus Ungarn und den Niederlanden schon im Ziel. Doch auch ohne Gegner gelang Ibrahim in 1:01,32 Minuten der schnellste Split seines Teams. Anders als die deutschen Schwimmer, die keine Mixedstaffel am Start hatte, können die Malediver jetzt von sich sagen, dass bei der WM nur 20 Nationen besser waren.

Über die Auftritte von Normalsterblichen bei Großevents wird nicht erst seit dem Auftritt von Eric "the Eel" Moussambani in Sydney 2000 wird immer wieder diskutiert und geschmuzelt. Auf jeden Fall sind sie eine Bereicherung der Wettkämpfe, denn sie zeigen, dass der Kampf und Hundertstel nicht alles im Leben ist.