Jedes zweite Schwimmbad müsste saniert werden

Mehr als 50 Prozent der deutschen Bäder haben akuten Sanierungsbedarf. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen und der Universität Wuppertal. Insgesamt müssten für Reparaturmaßnahmen rund 4,5 Milliarden Euro aufgebracht werden.

| 25. Januar 2017 | AKTUELL

Schwimmbad | Viele Schwimmbäder in Deutschland haben Sanierungsbedarf.

Viele Schwimmbäder in Deutschland haben Sanierungsbedarf.

Foto >Bäderallianz Deutschland

Der Volkssport Schwimmen droht das Wasser unter den Füßen zu verlieren. Schon heute geht die Zahl der Schwimmbäder stetig zurück - und dieser Trend könnte sich in den nächsten Jahren weiter verstärken. Angesichts des hohen Sanierungsbedarfs vieler Bäder ziehen viele Kommunen die Reißleine. Anstatt notwendiges Geld in die Hand zu nehmen, werden Schwimmhallen lieber gleich geschlossen. Parallel zu diesem Trend hat sich die Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in letzter Zeit besorgniserregend verschlechtert.

"Es kann und darf keine Frage der finanziellen Mittel sein, ob Bäder für das Schulschwimmen zur Verfügung stehen und die Kinder schwimmen lernen können. Es kann nicht sein, dass reiche Städte in Spaß- und Wellness-Bäder investieren und arme Städte dringend notwendige Funktionsbäder schließen", sagt Fritz Schramma, Sprecher der Bäderallianz Deutschland. Das Bündnis, dem unter anderem die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen, der Schwimmmeister-Verband, die DLRG und der Verband Deutscher Sporttaucher angehören, will bundesweit einen "Masterplan für Deutschlands Bäder" installieren, um nachhaltige Verbesserungen der deutschen Bäderlandschaft zu erreichen.

"Finanzierung über den gesamten Lebenszyklus"

Erstes Ziel ist es, deutschlandweit Politiker zum Handeln zu bewegen und die Öffentlichkeit für den dringenden Handlungsbedarf zu sensibilisieren. Gemeinsam mit der Universität Wuppertal ermittelte die Gesellschaft für das Badewesen einen aktuellen Sanierungsstau von rund 4,5 Milliarden Euro. Bei jedem zweiten Bad gebe es Handlungsbedarf. Vor zwei Jahren ergab eine andere Schätzung sogar noch deutlich höhere Kosten.

Beim Thema Geld fordert Schramma einen langfristigen und nachhaltigen Ansatz. "Es muss sichergestellt werden, dass nicht nur die Mittel bereitgestellt werden, um die Bäder zu bauen oder zu sanieren; es muss die Finanzierung über den gesamten Lebenszyklus gesichert werden. Bäder, die für die Daseinsvorsorge gebaut werden, müssen auch über ihre gesamte Lebensdauer bei den Betriebskosten bezuschusst werden und bezuschusst werden können, sonst können sie ihre Aufgaben nicht erfüllen.“

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Webseite der Bäderallianz Deutschland.