Italiener Barelli fordert umstrittenen Präsident Maglione heraus

Am 22. Juli wählen die Delegierten des Weltschwimmverbands in Budapest ihren Präsidenten. Wie jetzt bekannt wurde, tritt der Italiener Paolo Barelli gegen Amtsinhaber Julio Maglione an.

| 9. Mai 2017 | AKTUELL

Paolo Barelli | Paolo Barelli beim LEN-Kongress 2016 in London.

Paolo Barelli beim LEN-Kongress 2016 in London.

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Barelli ist seit fünf Jahren Präsident des Europäischen Schwimmverbands LEN und steht beim Italienischen Schwimmverband seit dem Jahr 2000 an der Spitze. Der frühere Weltklasseschwimmer und WM-Medaillengewinner ist 62 Jahre alt und stammt aus Rom. Zuletzt kam es zwischen Barelli, der selbst Mitglied des FINA-Büro ist, und anderen Büro-Mitgliedern zu Konflikten. Derzeit läuft deshalb ein Verfahren vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS.

Der umstrittene FINA-Präsident Maglione strebt im Juli den Beginn seiner dritten Amtszeit an. Der Uruguayer, 2009 zum Nachfolger des Algeriers Mustapha Larfaoui gewählt, gilt als Strippenzieher im internationalen Sport. Kritiker werfen Maglione immer wieder mangelnde Transparenz im Verband und einen zu laschen Umgang mit dem Thema Doping vor. Außerdem wird seine Nähe zu Politikern wie Vladimir Putin, dem er vor der WM 2015 in Russland den höchsten FINA-Orden verlieh, kritisiert.

Um dem 81 Jahre alten Maglione eine weitere Amtszeit überhaupt zu ermöglichen, änderte die FINA bereits ihre Statuten. Zuvor galt eine Altersgrenze von 80 Jahren für alle Entscheidungsträger des Verbands.