"Ich mag das Gefühl an der Spitze eigentlich nicht"

Sharon van Rouwendaal ist die dritte Olympiasiegerin Freiwasserschwimmen. Das sagte die Niederländerin nach dem Rennen.

| 15. August 2016 | AKTUELL

Olympiarennen über 10 km an der Copacabana

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Für Sharon van Rouwendaal hat sich die Konzentration auf das Open-Water-Rennen an der Copacabana gelohnt: Die Vizeweltmeisterin von Kasan 2015 krönte ihre Karriere mit dem Olympiasieg. 2012 in London war sie noch als Rückenschwimmerin unterwegs, scheiterte über 100 Meter im Vorlauf und schwamm über 200 Meter ins Halbfinale. Auch in Rio war sie schon im Becken unterwegs: Am zweiten Wettkampftag wurde sie Siebte in ihrem Vorlauf über 200 Meter Freistil, verzichtete dann auf die 800 Meter.

Heute passte beim 10-Kilometer-Rennen an der Copacabana alles: "Ich bin so locker losgeschwommen", berichtet die Niederländerin. "Wir waren zu sechst und haben uns genau beobachtet." Nach etwa sechs Kilometern wagte sie dann den entscheidenden Vorstoß: "Ich nahm meinen Mut für einen Zwischenspurt zusammen und bis 200 Meter lang losgesprintet, mit ganz viel Beinarbeit. Die ganze Zeit habe ich geschaut, ob mir jemand folgen kann." 

Niemand konnte, doch van Rouwendaal zitterte noch lange um ihren Sieg. "Ich weiß zwar, dass ich die letzten 100 Meter schnell zu Ende bringen kann, aber ich mag das Gefühl an der Spitze eigentlich nicht", sagt die Siegerin. "Erst auf den letzten zehn Metern habe ich gewusst: Ja, das ist es!"

Für van Rouwendaal selbst kam der Sieg unerwartet: "Ich fühle mich großartig, weil ich bisher kein gutes Jahr hatte. Meine Schulter hat mir ganz schön Sorgen gemacht." Sorgen, die sie heute gut zwei Stunden lang vergessen hat.