Heintz pokert sich ins Finale

Das wäre beinahe schief gegangen. Aufreizend locker schwamm Philip Heintz seinen Vorlauf über 100 Meter Lagen. Dennoch reichte es für den 25 Jahre alten Titelfavoriten zu Platz vier.

| 20. November 2016 | AKTUELL

Philip Heintz | Philip Heintz ist Favorit auf den Sieg über 100 Meter Lagen.

Philip Heintz ist Favorit auf den Sieg über 100 Meter Lagen.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Als die Rivalen im letzten Lagen-Vorlauf immer dichter aufkamen, erhöhte Philip Heintz auf den letzten Zügen noch einmal die Schlagzahl und brachte in 55,23 Sekunden das Rennen nach Hause. In der Gesamtwertung reichte die Zeit hinter Titelverteidiger Dominik Franke, Ramon Klenz und Max Ziemann zu Platz vier, jedoch war der Vorlauf-Neunte, Ruben Reck aus Hannover, nur eine halbe Sekunde langsamer.

Heintz hatte im Wasser 50 Meter lang die Pace bestimmt und dann auf der Brust-Distanz sichtbar rausgenommen. Auf der letzten Bahn tat er nicht mehr als nötig, um die Konkurrenz in Schach zu halten. Am Abend im Endlauf wird der Heidelberger mehrere Sekunden schneller schwimmen müssen, um nicht nur Titel zu holen, sondern auch einen weiteren Angriff auf den deutschen Lagenrekord von Markus Deibler zu wagen. An den 50,66 Sekunden des Kurzbahn-Weltmeisters von 2014 biss sich Heintz im Weltcup die Zähne aus. Sein bestes Ergebnis: 51,76 Sekunden.

Foos verpasst WM-Norm knapp

Bei den Frauen war Nina Kost in 1:02,19 Minuten am Morgen die Schnellste über 100 Meter Lagen. Die Heidelbergerin hat in Berlin schon die 50 und 100 Meter Freistil gewonnen und greift im Finale nach ihrem dritten Titel. Allerdings deutet sich ein enges Titelrennen an. Im Vorlauf trennten die besten Acht nur 0,6 Sekunden.

Über 400 Meter Freistil verpasste die Vorlaufschnellste Reva Foos die WM-Norm von 4:06,44 Minuten knapp. Die Darmstädterin schlug nach 4:06,91 Minuten an und war damit über zwei Sekunden schneller als Leonie Beck aus Würzburg. Die Langstreckenspezialistin schwamm ein taktisches Rennen, in dem sie erst auf den zweiten 200 Metern das Tempo deutlich verschärfte. Bei den Männern war Poul Zellmann in 3:43,10 Minuten Vorlaufsieger.