DM Kurzbahn: Große Chance für neue Namen

36 Einzelrennen stehen bei der DM Kurzbahn in Berlin auf dem Programm, 23-mal gehen die Wettbewerbe ohne Titelverteidiger oder Titelverteidigerin über die Bühne. Die ersten Titelkämpfe nach Olympia sind die große Chance für neue Namen.

| 17. November 2016 | AKTUELL

Ramon Klenz | Der Hamburger Lagenschwimmer Ramon Klenz zählt zu den vielversprechendsten Talenten im deutschen Schwimmen.

Der Hamburger Lagenschwimmer Ramon Klenz zählt zu den vielversprechendsten Talenten im deutschen Schwimmen.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Biedermann, Deibler, Glania, Wenk, Brandt, die Absagenliste vor den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften ist lang und prominent. Rund die Hälfte der deutschen Olympiaschwimmer von Rio macht einen Bogen um die diesjährigen Titelkämpfe auf der 25-Meter-Bahn und verzichtet damit auch auf die anstehenden Weltmeisterschaften in Windsor, Kanada (6. bis 11. Dezember). Während Paul Biedermann seine Karriere ganz offiziell beendet hat, ist über die Zukunft von Steffen Deibler und Dorothea Brandt bisher nichts bekannt. Die anderen Topschwimmer sind verletzt (Alexandra Wenk) oder gerade erst ins Training eingestiegen (Jan-Philip Glania, Jacob Heidtmann).

Wenn bis auf Marco Koch, Franziska Hentke und ein paar andere die Arrivierten fehlen, schlägt die Stunde für die Talente. Ihnen bietet sich bei den ersten Kurzbahnmeisterschaften in der Hauptstadt Berlin die große Chance, auf sich aufmerksam zu machen. Auf mindestens 23 von 36 Strecken wird es neue Champions geben, weil die Titelverteidiger fehlen. Gut möglich, dass sich diese Kandidaten in die Siegerliste eintragen.

Ramon Klenz (1998)

Der vielseitige Hamburger schwimmt Rücken, Schmetterling und Lagen und ist in Berlin über sechs Strecken gemeldet. Besonders über 200 und 400 Meter Lagen ist mit dem Trainingspartner von Jacob Heidtmann zu rechnen. Vielleicht holt Klenz, der aus einer Schwimmerfamilie stammt, dieses Jahr seinen ersten Titel.

Lisa Höpink (1998)

Mit der Staffel hat es bereits mehrfach geklappt, in Berlin könnte die große Stunde für die Essenerin endlich auch im Einzel schlagen. Über 200 Meter Schmetterling ist sie nach der Absage von Franziska Hentke Topfavoritin auf Gold, auch über 100 Meter Schmetterling sowie 200 und 400 Meter Lagen sind Medaillen drin.

Jessica Steiger (1992)

Zum Nachwuchs zählt die Schwimmerin aus Gladbeck eigentlich nicht mehr, doch die Brust- und Sprintspezialistin hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich entwickelt. Im Mai holte sie bei den Deutschen Meisterschaften ihren ersten Titel. An der geforderten Olympianorm scheiterte sie bei ihrem Triumph über 200 Meter Brust allerdings. In Berlin ist Steiger über fünf Strecken gemeldet und auf jeder einzelnen ist die Goldmedaille möglich.

Poul Zellmann (1995)

Der Essener hatte dieses Jahr bereits seinen großen Auftritt: Beim Kurzbahn-Weltcup in Berlin feierte er einen unerwarteten Sieg über 1.500 Meter. Als Spezialist für die langen Freistilstrecken ist Zellmann in Berlin auch über 200 und 400 Meter am Start. Auf allen drei Strecken gilt er als Medaillenkandidat. Über 400 Meter war von den gemeldeten Athleten in diesem Jahr noch keiner schneller.